Schurter Sommerfest

Ich schlafe aus und begebe mich frisch, munter und gestärkt nach Luzern. Dort gehe ich als erstes mit den Arbeitskollegen und mit Dani in die Kantine eine Kleinigkeit essen.

Nach dem Essen geht es für eine kurze Zeit zurück ins Geschäft. Nach 3 Stunden verliert sich meine Motivation und ich verabschiede mich von se Pätschert und den Anderen und genehmige mir noch einen extrem schnellen Espresso im Peppo. Extrem schnell, weil ich die Zeit vergessen habe und ich den Spresso wie ein richtiger Italiener geniesse. Direkt bezahlen, in einem Zug runter, aufstehen und wieder weg. Der Aufenthalt im Peppo hat ca. 5 Minuten gedauert. Der Nachmittag geht dann doch noch erstaunlich schnell vorbei und schon wird es Zeit, an die Festivität zu gehen.

Zurück in der Schurter sehe ich gerade niemanden und denke mir, machst Du Dich selber auf zur Schiffswerft, wo die Festivitäten abgehalten werden. Nun folgt der erste GAU…

Die Strecke von der Schurter AG zur Schiffswerft sieht folgendermassen aus:

SAGL - Schiffswerft

Jetzt ratet mal wie lange der MME gebraucht hat für diese Strecke und wie oft er sich verlaufen hat, bis er die Location endlich gefunden hat…

Sage und schreibe 20 Minuten. 10 Mal so lang wie angegeben.  Natürlich hat der MME nicht den direkten Weg genommen… Er ist natürlich noch in der halben Weltgeschichte herumgewandert…

Nun gut. Lassen wir den Orientierungssinn des MME so sein und betrachten die anschliessenden Festivitäten.

In der Schiffswerft herrscht eine super Stimmung mit cooli Musig, hmpf! Die Band die für uns Musik spielt ist anscheinend recht bekannt, denn sie fragen die Schurterianer oft, ob wir sie denn noch nie auf Radio Pilatus gehört hätten. Da kommt bei mir die Frage auf: “Was ist Radio Pilatus?”. Ich weiss nicht mehr wie die Band geheissen hat, aber Musik können sie machen. Sie haben einen ganz eigenen Stil, der wirklich sehr erfrischend tönt.

Ich entschliesse mich an einem Frauentisch platz zu nehmen und werde von allen freundlich begrüsst:

Frauen

Ich setze mich also an den Tisch mit diesen hübschen Damen. Es dauert nicht lange und schon setzt sich ein weiterer Mitarbeiter an unseren Tisch. Mit ihm kann ich zu Beginn super Gespräche über Gott und die Welt führen. Anschliessend kommt die Temperatur zur Sprache. Ich erkläre ihm, dass die momentane Temperatur von 29 Grad ABSOLUT unterestes Limit ist. Alles unter 29 Grad ist für mich schlimm. Da fragt er mich: “Was ist denn der Grund für Dein Kälteempfinden?”
Ich sage ihm: “Ich habe das Wärmeempfinden einer Frau, die IMMER kalt hat.”
Er: “Das verstehe ich nicht… Hast Du Dich jetzt gerade selber als Frau bezeichnet?!?”
Dann ich: “Ja, denn es gibt noch weitere Indizien, die für diese Theorie sprechen.”
Er: “Welche denn?”
Ich: “Der Pätschert sagt folgendes:
1. Der MME labert den ganzen Tag.
2. Der MME hat den ganzen Tag kalt.
3. Dem MME tut den ganzen Tag immer alles weh.”
Das sind drei Punkte, die dafür sprechen, dass der MME eine Frau ist. Es gibt da bei weitem noch weitere…
Er: “Du bist ein Spinner!”
Ich: “Da könntest Du recht haben”

Nachdem er es aufgegeben hat, mich davon zu überzeugen, dass ich mir das eigentlich nicht von se Pätschert gefallen lassen müsse, geniesse ich weiter das Fest. Irgendwie erinnert er mich prompt an einen anderen meiner lieben Mitarbeiter… Aber das ist nochmals eine ganz andere Geschichte. Vielleicht später mal…
Der CEO lädt uns noch ein, gemeinsan ein bisschen weiterzuziehen. Ich lehne dankend ab und nenne ihm den wahren Grund für meine Absage bewusst nicht. Denn eigentlich benötige ich meinen Schönheitsschlaf… Frauen brauchen ihren Schönheitsschlaf. Sonst sind sie stinking am nächsten Tag…

Ich begebe mich, zum Bahnhof gemeinsam mit einem Mitarbeiter. Auf dem Bahnhof in Luzern, treffe ich…
Man glaubts fast nicht: Gaby und ihre Kollegin. Beide in Marilyn Monroe Festgewänder und beide sehen aus als ob sie gerade von einer 70ies Retroparty kommen würden. Sie teilen mir mit, dass sie an einem Themenball des Spitals teilgenommen hätten. Ich dorfe mit ihnen während der Zugfahrt. Als wir in Eschenbach ankommen, richte ich an Gaby eine kleine Suggestivfrage: “Gäll, Gäby, Du besch secher au müed ond hättisch chei looscht heizlauffe!”.
Gaby: “Scho guet. Chom met, ech tue Di schnöu hei.”

Ich hab was vergessen

Dani kommt heute am Morgen mit der Zeitung unter dem Arm ins Büro und sagt mir: “Hey, MME!”. Ich antworte: “Hey, se Pätschert”. Dann er: “Du bist heute in der Zeitung”. Ich beginne die Zeitung durchzublättern, die er mir reicht und suche und suche und suche und suche und suche. Dann sage ich zu ihm: “Hey, Tani… Tu normaaaaaal. Wo ben ech?”

Dann sagt er zu mir: “Du fendsch Dech sicher. Du besch ned z’übersehe.”

Er lässt mich noch gefühlte Stunden suchen und gibt mir dann einen weiteren Quest (Das sagt man neuerdings glaube ich so. Das ist Neudeutsch und Bedeutet: “Hinweis”). Der Tipp lautet: “Es ist unverwechselbar. Niemand anders kann es sein. Nur Du bist in der Lage, so etwas Phantastisches fertig zu bringen.”

Ich suche weiter und weiter und werde allmählich nervös, denn ich finde nichts. Da beginnen die ersten Alarmglocken zu klingeln. Der Dani? So freundlich? Das passt gar nicht zu ihm. Da ist etwas faul! Ich suche also weiter und Blättere und Blättere. Weiterhin erfolglos. Dani, der herzallerliebste Drückedani hilft mir auf die Sprünge und gibt mir die Seitenzahl durch: “Blättere mal auf Seite 42!”. Ich mache was er sagt (doch, doch… manchmal tue ich sogar was mir Dani sagt. Zwar selten aber eben manchmal. À propos “manchmal”… Da kommt mir gerade ein Lied in den Sinn: “Manchmal aber nur manchmal haben Frauen…” Nein, das ist ein anderes Thema. Das greife ich dann vielleicht mal in einem weiteren Beitrag auf, wenn ich die Buchkritik über Fifty Shades of Grey schreibe oder so).

Dann tue ich es wirklich:

Soll ich? Frage ich den Mankyyyyy: Er schreit: “TU ES!!!”

Und ich tue es:

Ich hab was vergessen

Ich hab was vergessen

Das Auge hört mit

Am 2016-06-08 besuche ich zusammen mit Papa und Ghettobröh Hansi ein Konzert der Pianistin Khatia Buniatishvili und dem Luzerner Sinfonieorchester. Ich erwähne die Pianistin bewusst als Erstes, aber dazu später…
Später ist jetzt: Die Pianistin stammt aus Georgien und sie sieht einfach nur bombastisch aus! Sie trumpft nicht nur mit ihrem musikalischen Können auf, sondern viel mehr auch mit ihrem Sexappeal:

 

Khatia Buniatishvili

Sie fesselt die Zuhörer mit ihrem Aussehen und ihren graziösen Zügen. Mir ist nicht nur sofort ihr musikalisches Können aufgefallen, sondern vielmehr eine andere Komponente, ähem, es sind deren Zwei. Ihr Vorbau war gewaltig und hat mich sprachlos gemacht. So etwas Gewaltiges! MME nimm di zäme!

Zurück zur Musik:

Das Konzert beginnt mit Carl Maria von Webers Euryanthe Ouverture. Der Zuhörer hört nicht nur, sondern sieht auch. Ich muss es nochmals repetieren, weils halt nochmals gesagt werden muss: Absolut phantastisch diese Klänge und erst der Anblick (Ich spreche selbstverständlich vom Anblick von Khatia! MME’s innere Stimme: “Du Schlingel, obe hesch säuber gseid: ‘Nimm Di zäme!’.” “Mehr werd jo wohl no dörfe luege, oder ned? Blööds Gwösse, Schnauze tief!”…

Nach der Einleitung gehts weiter mit Ludwig van Beethoven’s No. 1 C-Dur op. 15. Hier ein kleiner Ausschnitt daraus aus einer Aufnahme von anderen Interpreten:

Anschliessend verlässt uns Khatia und die Musikanten des LSO verzaubern uns mit der 9. Sinfonie e-Moll op. 95 von Antonín Dvořák. Eines meiner Augen weint und das andere freut sich, ob der gekonnten Darbietung aller Musiker… Leider hat uns Khatia verlassen.

Gotthard – ein Mythos?

Ich darf heute meinen Papa an die Eröffnungsfestivitäten der neuen Eisenbahnalpentransversalen in Pollegio begleiten. Ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind.

Wir fahren von Eschenbach nach Luzern und steigen dort in den normalen Zug nach Göschenen, durch den alten Gotthard nach Airolo und schliesslich zuletzt durch die schöne Leventina nach Pollegio. Im Zug frieren wir uns einen ab (wie immer auf der Fahrt ins Tessin) und werden dort von strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen empfangen.

Das warme Wetter macht mich durstig und ich gönne mir relativ rasch nach dem Aussteigen eine Erfrischung:

Durstiger MME

Da Papa an einem Stand der ATG die Fragen interessierter Besucher beantworten muss, mache ich mich alleine auf Entdeckungsreise. Ich schaue mir eine Präsentation nach der Anderen an. Es ist immer was los und es gibt nie nichts zu sehen.

Die Zeit vergeht wie im Flug und plötzlich meldet sich mein Magen. Nur ein kleines Knurren macht mich darauf aufmerksam, dass ich hungrig bin. Ich esse also etwas typisch dolce ticinesi:

Wurst und Käse

Kein Brot. Brot kann ich zuhause wieder essen. Als ich einem venditore salsiccia versuche in meinem gebrochenen Italienisch zu erklären, dass ich seine Wurst mit dem Käse direkt verspeisen möchte denkt dieser sich zuerst warscheinlich: “Oh, un stupidagino, questo mangare salsiccia con formeggio e senza pane! Ei viramento in grande stupidagino”

Ich bedanke mich bei ihm für seine vorzüglichen Spezialitäten und ziehe weiter an den nächsten Stand.

Dort kaufe ich…

Was wohl? So viel Fleisch macht durstig. Die Flasche ist im Nullkommanichts geleert und ich brauche dringend Nachschub. Woher nehmen?:

Leere Wasserflasche

 

Ich gehe zurück an den Stand von Papa in der Hoffnung, dass er etwas Flüssiges bei sich hat. Nichts… Ich mache mich nochmals auf und organisiere eine weitere Boutilla d’Acqua.

Papa ist nach wie vor damit beschäftigt, interessierten Besuchern die geologischen Probleme des Gotthardtunnels einigermassen verständlich rüberzubringen. Meist gelingt ihm das. Unter Anderem steht dort ein 1:50 Modell eines Bohrjumbos:

Bohrjumbomodell

Plötzlich sagt Papa zu mir: “Ech goo Ponkt vieri vo dem Stand wäg. Ech well schliesslich au no öbbis anders chönne mache.”

Gemeinsam schlendern wir um Punkt vier noch ein wenig durch das weit abgesteckte Areal wo immer noch Darbietungen abgehalten werden. Mit Papas Vorsatz, noch etwas zu sehen ist es nicht weit her, denn er hängt bereits de weich use. Ich bin ehrlich gesagt gar nicht so unglücklich darüber, denn ich bin auch müde von all dem Tumult.

Paa konnte Spezialtickets für die Durchfahrt des neuen Gotthardtunnels besorgen:

Spezialticket

Wir dürfen in der ersten Klasse platz nehmen und fahren bereits in Pollegio ab. Nach ca. 10 Minuten fahrt, sagt mein Papa plötzlich zu mir: “Jetzt muesch doo usem Fenschter luege.”

Ich schaue also aus dem Fenster und denke mir: “Super, schön. Schwarz. Cool! Wirkl…”. Dann plötzlich kann ich eine Röhre erkennen, die von unserem Gleis abzweigt und in die MFS Sedrun mündet.

So schnell wie die Lichter erscheinen, verschwinden sie auch schon wieder und ich geniesse die kurzweilige Weiterfahrt bis ans Ende des Tunnels.

Dort angekommen, kommt der Schaffner und will unsere Tickets sehen. Ich kann ihn ohne grosse Probleme davon überzeugen, dass heute ja ein spezieller Tag sei und wir eigentlich gerne in der ersten Klasse verweilen würden. Gesagt getan. Der Schaffner sagt uns wir sollen die Fahrt geniessen…

Ein wunderbarer Tag geht zu Ende mit vielen Impressionen. Vielen Dank Papa für dieses super Geschenk.

Rigi und Schifffahren

Heute sage ich mal viel mit wenig Bildern (irgendwie paradox) und wenig mit viel Worten. Da, ein weiteres Paradoxon! Heben sich jetzt diese zwei Paradoxen gegenseitig auf?!? Oder muss zuerst noch ein in sich stimmiger, doppelt reziproker Pleonasmus in dieses Konstrukt aufgenommen werden, damit auch der se Pätschert glücklich ist? So ich tue jetzt dem se Pätschert den Gefallen und versuche mal nicht mehr zu laberen. HALT! Das geht nicht! Dazu ist meine feminine Seite viel zu stark ausgeprägt. Frierend meldet sich mein Körper bei 38°C und ich kann gerade noch diesen Beitrag schreiben, während ich hoffnungsvoll auf das Thermometer blicke und sehnlichst darauf warte, bis die 40° Marke geknackt wird! Sonst muss ich noch frieren! Dabei gibt es heute Abend ein superfeines Essen made by a Walisian! Drei Mal dürft ihr raten, was es gibt!

Soooo, se Pätschert, Lassen wir das und geniessen die eindrücklichen Impressionen vom heutigen Tag. Ich merke, dass meine Gedanken wiedermal extrem am Abdriften sind…

Panorama Schifffahrt 20160506 124246 Rigiimpressionen 20160506 124232 Rigiimpressionen

Ach die liebe Barbara

Heute wird angenehm und gemütlich…

Denkste MME…Yippiiyeieiyippiiyippiyey! Es gibt immer was zu tun… Nein, ich möchte keinen unlauteren Wettbewerb auf meinem Blog machen. Also se Pätschert zeigt mir in einer Arbeitspause ein Video und bittet mich darum, diesen bis um 16:00 Uhr auswendig zu lernen und ihm vorzutragen. Ich darf maximal drei Fehler machen.

Drei Fehler!! Was soll das? Ein bisschen kann ich mir schon noch merken, se Pätschert! Also sage ich zu mir selbst: “Eeeeeasy”. Wenn se Pätschert wüsste, was ich mit meinem Hirn alles kann… Der staunt Bauklötze!! Ich nehme die Challenge an!!

Er zeigt mir folgende Geschichte:

Ich versuche mir also beim ersten Durchlauf, so viel wie möglich zu merken, gebe aber nach 10 Sekunden auf und bewundere die Sprecherin, wie sie diese vielen Barbierbarbaras… ich kann es nicht mal schreiben gekonnt aneinander reiht, ohne dass auch nur die kleinste Schwierigkeit im Redefluss aufkommt. Der Dani, der ist crazy mit seiner Forderung, dies bis morgen auswendig zu lernen! Ich bringe ihn dazu, dass er diesen Punkt nicht als Bonusrelevant in meine Jahresbewertung einfliessen lässt und werde also beruhigt schlafen können.

Dann vergehen 2 Minuten und es folgt das nächste Dizzing:

Dani nimmt einen Kugelschreiber und beginnt damit irgendwelche willkürlich angeordnet scheinende Buchstaben auf ein Blatt Papier zu zeichnen:

20160406_RT

Ich schaue mir die Willkür an und versuche mindestens eine Minute herauszufinden, was das sein könnte. Da fällt der Groschen. “R um T” ergibt: “Rumtee”. Ich lach mich fast kaputt; keine Ahnung, warum ich das soooooo witzig finde. Jedenfalls zeichnet mir se Pätschert ein neues Rebus:

T

Ich hirne und hirne und hirne. Ich sage zu Dani: “Tani, ech weiss es doch au need, weiiiiiis? Es esch chomplex!”

Dann sagt mir Dani mit nüchterner Stimme: “Chille, Mac, dänk no chli noche!”

Es denkt und denkt und denkt und denkt und denkt und denkt und denkt und denkt und denkt und denkt und der Mac sagt: “Ech weiss es wörkli neeeeeeed! WÖRKLI, WÖRKLI, NEEED!” Und es denkt nicht mehr (oder nur noch auf Sparflamme)

Da hat der gute Dani erbarmen und sagt mir, was es bedeutet…

Ich repetiere die Lösung einige Male und denke mir: ‘Dier zeigis, se Pätschert! Dier zeigis!! Moorn esch s’Erschte woni DIer säge das vermaledeite Wort’.

Am Abend, als ich diesen Beitrag verfasse, denke ich nach, was se Pätschert wohl mit obgenanntem Bild gemeint haben könnte. Ich komme nicht drauf! Ich kann mich nicht mehr an das T-Wort erinnern. Zapristi!

Vielleicht fällt der Groschen ja einem meiner treuen Leser ja schneller…

 

klitzeklein andersartiger Freitag

Ich wache auf und denke mir: ‘Schön hell draussen.’ Hell? Cool. Samstage und Sonntage sind super… Da kann man so lange ausschlafen und nichts und niemand kann mich aus der Ruhe bringen.’
Ein kurzer Blick auf den Wecker und BRAINFLAAAAAAASSSSSSSSHHHHHH!!!!!!! So schnell bin ich noch selten wach geworden. Die Weckfunktion ist ausgeschaltet. Hatten wir wiedermal einen Stromausfall in der Nacht oder warum läuft der der Wecker nicht mehr? Vielleicht habe ich Glück und es ist Samstag oder Sonntag. Schnell meinen Droiden starten, da der Wochentag nicht auf dem Wecker steht und PAPÄÄÄÄÄÄÄMMMM!!!!!!! Erneut: BRAINFLAAAAAAASSSSSSSSHHHHHH!!!!!!! Der Droide zeigt nach dem Start folgende sieben vernichtende Buchstaben an: F R E I T A G. Ganz schlicht und einfach. Freitag.
Sofort denke ich: ‘Hoffentlich nimmt es mir Hugh nicht allzu übel. Mein Quantum von verschlafen vor der Arbeit ist ausgeschöpft…’ Nun gut. Ändern kann ich es nicht mehr. Schnell unter die Dusche und dann ab zum Topas futtern. Danach wieder runter, Zähneputzen, Schuhe anziehen, Jacke nehmen und dann…
„Markus, freust Du Dich schon auf den Flug?“ ‘Flug’ schiesst es mir durch den Kopf, ‘wovon redet Mama denn da?’ Dann folgt das nächste BRAINFLAAAAAAASSSSSSSSHHHHHH!!!!!!! (auf die Dauer tut das meinem Gehirn wohl eher nicht so gut; zu hohe rekuperierte Voltageoverdrops hält der beste Kapazitator nicht aus…):
Ich darf heute ja an einem Rundflug teilnehmen. An einem Flug, den mir mein Firmgötti vor zwei Jahren auf meinen Geburtstag geschenkt hat. Plötzlich bin ich ganz aufgeregt und kann es kaum erwarten endlich nach Zürich an den Flughafen zu gehen und den Rundflug in Angriff zu nehmen.

Paa und ich fahren zusammen mit dem Zug zum Flughafen. Dort angekommen, beginnt einmal eine erste Odyssee auf der Suche nach unserem Flugzeug bzw. nach dem Bürogebäude wo wir uns melden müssen. Nachdem uns ein Zürcher mit relativ enervierter Laune mitgeteilt hat, dass er doch auch nicht wisse, wo das GAC (General Aviation Center) liege, welches wir suchen und ob wir nebenbei eigentlich ein Problem mit ihm haben, teile ich ihm schnell mit: „Alles in Ordnung. Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.“ Ich raune meinem Papa zu, nachdem der Zürcher ausser hörweite ist: „Blöder Wixxxxxxxxxxxxer!!“ Mein Papa lacht lauthals (vielleicht ein bisschen zu laut?!?) und wir verdrücken uns. Wir gelangen an einen freundlicheren Zürcher, welcher uns den Weg weist und wir treffen auf einen netten Herrn, welcher uns in Empfang nimmt und uns mitteilt, dass wir ihm folgen sollen.
Wir erhalten einen so genannten „LuftfrachtFÜHRERbeförderungsschein“, damit wir uns überhaupt auf internationalem Boden aufhalten dürfen:

Gesagt getan. Wir folgen dem Piloten durch den Security-Check, zeigen unsere IDs und gehen in klar zugewiesenen Bereichen zu einem kleinen vierplätzigen Piper. Der Pilot und Paa helfen mir mich in das Flugzeug zu setzen und steigen nachher auch ein. Plötzlich beginnt der Pilot viele Sachen auf einer Checkliste zu überprüfen. Dies indem er ein paar Hebel betätigt und währenddessen laut sagt „Fuellevel–CHECK“, um sicherzustellen, dass wir genug Kerosin bei uns haben oder auch nur „Seat belts–CHECK“ um zu unterstreichen, dass wir alle angeschnallt sind. Nach 4 Minuten „Checks“ startet er den Motor. Jetzt geht’s looooooos, denkt der MME und irrt sich. Nach dem Motorenstart folgen während weiteren Minuten weitere Checks. Diesmal mit anderen Begriffen, wie zum Beispiel: „Fuel pump–check“. Alles wir gecheckt. Und ich dachte mir die Chinesen sind kleinlich und pingelig.
Erneut höre ich aus dem Headset, wie der Pilot um Starterlaubnis bittet, diese erhält und wir auf die grosse Piste rollen um zu starten.

Ich gehe nochmals meine eigene Checkliste durch, welche genau aus einem ToDo besteht:
Pisseria besucht?
MME: Check
Nachdem die Fracht (mein Papa und ich) ordnungsgemäss verstaut und angezurrt ist, rollen wir los und bereits nach einer extrem kurzen Distanz hebt der Piper sanft in die Luft und ich hab wie immer, wenn ich meinen Jugendtraum als Passagier miterleben darf Schmetterlinge in meinem Bauch. Vielen Dank Boris für das tolle Geburtstagsgeschenk.

Der Pilot ist zu Beginn die ganze Zeit damit beschäftigt mit dem Tower irgendwas abzuklären.
Der Tower meldet sich und aus dem Funkgerät ertönt: „HOTEL–BRAVO-­PAPA–PAPA–HOTEL–FIVE–FIVE–TWO GO ON ALTITUDE THREE-ZERO-ZERO-ZERO FEET AND STAY THERE“. Diese kryptisch klingende Phrase ist unsere Flugnummer und anschliessend die relativ knappe Anweisung, auf 3’000 Fuss zu steigen und auf dieser Höhe weiterzufliegen. Die ersten acht Begriffe repräsentieren unsere Flugnummer. Sie lautet logischerweise HBPPH552. Mir fällt auf, dass nach einiger Zeit das HB weggelassen wird. Vermutlich um Zeit zu sparen.
Unser Pilot zieht also den Steuerknüppel langsam leicht nach hinten und wir steigen langsam höher und höher. Kurze Zeit später ertönt es aus dem Kopfhörer: „­PAPA–PAPA–HOTEL-FIVE–FIVE–TWO SLOW DOWN“. Der Pilot antwortet: „PAPA–PAPA–HOTEL-FIVE–FIVE–TWO ROGER“. Plötzlich hören wir ihn nicht mehr. Ich höre auch Paa nichts mehr sagen. ‘Strange’, denke ich mir, ‘ist jetzt mein Kopfhörer futsch oder was?’. Da plötzlich höre ich den Piloten wieder: „Sorry, war gerade ein bisschen viel, ich musste mich kurz ausklinken.“
Und das geht recht lange so weiter, bis wir ein bisschen weg vom Knäuel sind und wir fliegen dann direkt über unser Zuhause in Eschenbach gen Berner Alpen und geniessen phantastische Ausblicke auf die schönen Berge der Schweiz:

Stadt Luzern und Horw mit dem Luzernersee

Stadt Luzern und Horw mit dem Luzernersee

 

Blick auf die Engelhorngruppe und die Wetterhörner

Blick auf die Engelhorngruppe und die Wetterhörner

 

Eiger mit Nordwand und Mönch

Eiger mit Nordwand und Mönch

 

Viel zu früh dreht der Pilot ab und teilt uns mit, dass wir uns langsam aber sicher wieder auf den Rückweg machen müssen, weil wir sonst in Zürich nicht mehr landen könnten, weil keine Slots mehr zur Verfügung stehen. Wir fliegen also zurück und landen wie auf Watte auf der Piste in Zürich.
Überglücklich über das super Geschenk von meinem Firmgötti, begebe ich mich wieder in den Zug am Flughafen und trete gemeinsam mit Papa die Heimreise an.

Fragile-GV

Zum Beginn der GV am 2016-03-11 suche ich die Anwesenden ab, ob ich vielleicht jemanden aus einem früheren Treffen kenne. Ich sehe niemanden und eröffne eine neue Sitzreihe, weil ich mich nicht aufdrängen will. Dann vergehen sage und schreibe 15 Minuten bis jemand in der gleichen Tischreihe platz nimmt.

Stinke ich? Oder sehe ich irgendwie ganz gefährlich aus? Abschreckend? Ich denke mir: “Ok, wenn das jetzt so weitergeht, dann kann ich ihn guten Gewissens nach dem Treffen relativ rasch zupfen.” Kurz vor Beginn setzen sich dann doch noch, mich zwar mit Argusaugen musternd, ein paar wenige Personen an meinen Tisch. Ich muss also doch stinken. Ich frage mich nur nach was. Ich habe am Morgen geduscht und bin sauber an das Treffen gegangen. Nun gut. Fahren wir fort und lassen die Frage nach dem Gestank sprichwörtlich im Raum hängen.

Der geschäftliche Teil verläuft im Grossen und Ganzen zügig und wir wenden uns dem kulinarischen, geselligen Teil der GV zu. Es gibt Suppe. ‘Super’ denke ich mir… ‘Das wird mir wieder eine Snakefood sein’. Stopp. Halt. Sichern! Die Suppe schmeckt vorzüglich. Nach dem ersten Löffel schlabbere ich die ganze restliche Suppe in einem Rekordtempo runter und hole mir schnellstens noch eine zweite Schale Suppe.
Während dem Suppenessen spreche (ich spezifiziere extra für Dani: ich spreche von GENAU den Zeiten, während ich KEINE Suppe esse; man spricht schliesslich nicht mit vollem Mund, insbesondere dann wenn der Mund mit Suppe gefüllt ist, jeder kann sich selbst vorstellen, wie dann der Gesprächspartner der gegenüber sitzt, nach ca. 10 Sekunden aussehen würde) ich mit zwei Angehörigen einer hirnverletzen Person. Die Frau sagt zwei kurze Wörter zu mir und ich sage ihr mit meinem Restromanisch, welches mir noch aus der Disentiszeit in Erinnerung geblieben ist: “Jeu hai stau sin Disentis” Sie schaut mich konsterniert an. Ich denke mir: “Miarda, elle sai bo Romontsch”. Dann redet sie irgendwas auf Romanisch. Ich lasse sie wissen: “Schi bien sai jeu buc Romontsch”. Dann gehts in Deutsch weiter und ich dorfe noch ein wenig mit ihr. Beim Austausch mit ihr, merke ich wie klein die Welt doch ist. Im weiteren Verlauf kommen wir (ich weiss nicht mehr genau wie) auf die Gemeinschaft der Seligpreisungen und meinen Bruder Bruder Andreas zu sprechen. Auch der Pilgerort Medjugorje kommt zur Sprache. Ich stelle fest, das die riesig scheinende Welt eigentlich so gross gar nicht ist…

Ich trete nach dem Adressdatentausch und in der Hoffnung mich mit den Personen die ich heute neu kennen lernen durfte in Zukunft wiedermal auszutauschen, meine Heimreise an und treffe wohlauf zuhause ein…

Busonis Klaviermonument

Am Donnerstag, 2016-02-18 wird meinem Papa und mir durch meinen obersten Chef der Firma Schurter ein grandioses Hörspektakel ermöglicht. Normalerweise besuchen wir solche Konzerte nicht an einem Donnerstag, weil wir dann einerseits Chorprobe haben und ich andererseits am nächsten Tag arbeiten darf. Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen, lieber Herr Schurter, für diesen unvergesslichen (ja, Dani, es gibt Sachen, die vergisst nicht einmal der MME) Hörgenuss bedanken. Die Plätze sind perfekt, mit Blick direkt auf die Klaviatur.

Nun zum musikalischen Teil des Abends:

Zuerst dürfen wir uns den Spitzenchor “Ensemble Corund”, einen professionellen Vokalensemble-Chor sondergleichen anhören. Der Chor bringt es fertig, mir während des gesamten Glorias eine Hühnerhaut zu bescheren. Sowas habe ich noch nie erlebt. Eine permanente, chronische, das ganze Gloria andauernde Gänsehaut läuft mir über den Rücken:

Halt, sichern, wir sind erst am Anfang! Das Klavierkonzert hat noch nicht mal begonnen…

Ich stelle mir folgende Frage: Muss ich mich auf eine Gänsehaut die 80 Minuten dauert vorbereiten?
Als der Pianist zu spielen beginnt, denke ich mir: ‘Das wird heftig! Nochmals mehr als eine Stunde Gänsehaut! Hält das mein Körper überhaupt aus?’
Das Ganze relativiert sich dann ein wenig, denn meiner Meinung nach sind zu viele zu lange Passagen einfach zu fein und langsam interpretiert. Kann sein, dass das von Kun-Woo Paik so gewollt ist. Uns zu zeigen, was alles möglich ist mit einem Steinway Flügel. Vielleicht waren meine Erwartungen und Vorstellungen auch viel zu hoch gesteckt. Vielleicht hat die Bezeichnung: “Busonis Klaviermonument” in mir eine ganz andere Wucht vorstellen lassen und ich habe mich auf etwas noch viel Monumentaleres eingestellt.
Papa ist mit meiner Interpretation zwar überhaupt nicht einverstanden, denn seiner Meinung nach ist das ganze Klavierkonzert monumental. So gehen die Meinungen auseinander.
Jedenfalls dreht Kun-Woo Paik zum Schluss nochmals so richtig auf und gibt ein Finale durch, wie ich es noch nie gehört habe. Busoni beschliesst seine Komposition sogar noch mit einer Choreinlage. Aber hört selbst:

Zwei unvergessliche Momente (Doch Dani ich kann auch, wie oben eigentlich schon mitgeteilt etwas nicht nicht vergessen), die mir einen wunderbaren Abend in meinem Leben beschert haben.