Geographieass

Ich bin ein geographischer Superstar…

Ich schreibe einem Mitarbeiter eine Infomail. DAS allein ist ja noch nicht so spektakulär. Noch nicht…

Ich frage den Arbeitskollegen noch, wie denn das chinesische Neujahrsfest bei ihm verlaufen sei. Ich weiss nämlich, dass die Chinesen jeweils ein riesen Fest machen und viel Huangjiu trinken, wenn sie ihr neues Jahr starten. Sie ziehen zu ihren Familien und/oder anderen Freunden. Es entstehen ganze Völkerwanderungen durch ganz China. Ein Volk wandert also…

Kaum den “Senden”-Knopf gedrückt, macht es visuell “Pling!”. Das Zeichen für eine neue Mail im Posteingang. Visuell “Pling!”, weil ich ja nicht “Pling” so schreiben kann, dass ihr es hört. Deshalb “Pling!” in Anführungs- und Schlusszeichen. Ich habe also bereits eine Antwort im Eingangsbriefkasten. Verwundert denke ich mir: “Das ging jetzt aber schnell. Liegt sicherlich daran, weil der Mitarbeiter grossen Wert auf die hohen chinesischen Qualitätsstandards legt was die Antwortgeschwindigkeit betrifft”

Jedenfalls klicke ich das Mail auf und was ich nun zu lesen bekomme, amüsiert mich riesig.

Der Chinese teilt mir ganz nett mit, dass er gar nicht aus China komme, sondern eigentlich aus Singapur.

Nach diesem Satz schaue ich Dani an und sage ihm: “Jetzt spinnt der Chinese wirklich. Der korrigiert mich und sagt mir, dass er kein Chinese sei… Er sei aus Singapur! Der spinnt ja wirklich”

Dani sagt mir nur: “Gib mal im Gmaps ‘Singapur’ ein und schaue wer recht hat…”

Ich glaube dem Singapurer, wie auch Dani kein Wort und mache was mir Dani gesagt hat. Ich staune Bauklötze als ich sehe, dass Singapur sehr nahe von meinem country of origin liegt. Also gut… Der Chinese, der eigentlich auch beinahe ein halber Thai ist, weil Thailand ja nur zwei Länder nördlicher liegt ist eigentlich also doch kein Chinese sondern ein beinahe CoO(Country of Origin)-Kumpel…

Es steht also:

Dani: 1, MME: 0

Als Zweites informiert er mich dann noch, dass die Chinesen erst am 07. Februar 2016 mit ihrem Neujahrsfest beginnen.

Diese Information wäre nicht nötig gewesen!! Jetzt habe ich einen 1:0 Rückstand für etwas, dass gar noch nicht aktuell gewesen wäre… Etwas habe ich gemacht mit dieser Aktion..

Einen glücklichen Dani generiert, weil er erneut einen Punkt auf sein bereits übervolles Konto verbuchen konnte…

PG20160116162933 – Nebel – Wald

Zuerst Wasser, dann Fleisch!
Ich schaue mich zuerst noch einmal kurz um und bin erstaunt, wie plötzlich alles wieder so “normal” ist. Kein lautes Geräusch mehr; auch keine absolute Stille; normales Tageslicht… Kaum fertig über meine momentane Situation gestaunt, meldet sich der erste Teil des dritten Gedankens vom Schluss des vorherigen PG-Beitrags zurück: “Ich muss dringend etwas Trinken! Dringender!!”, sage ich zu Ann.
Sie packt mich an der Hand und zieht mich einige hundert Meter mit sich mit. ‘Ich bin so etwas von dehydriert!’, denke ich für mich. Reden kann ich nicht mehr, da meine Kehle so ausgetrocknet ist.
Dann endlich! Ich höre das rettende Plätschern von Wasser. Ich stürze mich in den breiten Fluss, der plötzlich vor meinen Augen zu sehen ist und trinke. Ich trinke und trinke und trinke. Plötzlich steigt in mir die Angst auf, dass ich das gesamte verfügbare Wasser dieser Erde trinken könnte, wenn ich nicht bald damit aufhöre. Ich höre dann doch auf, bevor alles weg ist und steige zurück ans Ufer.
Das dringenste Bedürfnis ist gestillt. Ich wende mich schleunigst dem zweiten Teil des oben genannten Beitrags zu und frage mich, wie ich meinen Hunger stillen könnte. ‘Ein Wildschwein oder so wäre nicht schlecht’ denke ich.
Gedanke zu Ende gedacht und Ann meldet sich zu Wort: “Du hast sicherlich auch einen riesen Hunger. Möchtest Du ein bisschen Wildschwein essen?”
‘Das gibt es nicht!’, schiesst es mir durch den Kopf. Ich schaue mit immer noch durchnässten Kleidern auf Ann und langsam aber sicher wird mir Angst und Bang. ‘Kann es ein Zufall sein, dass Ann ganz genau weiss, an was ich gerade eben gedacht habe?’, denke ich.
“Komm mit. Ich kenne einen Ort, wo wir das beste Wildschwein bekommen, das Du je gegessen hast.”
‘Nun gut… Eigentlich kann ich ja froh sein, dass alles so glimpflich geendet hat’ überlege ich und folge Ann. Wir erreichen nach kurzer Zeit eine breite Strasse, welche sowohl links, wie auch rechts schnurgerade bis in den Horizont reicht. Direkt auf der anderen Seite der Strasse folgt ein dichter, undurchdringlich scheinender Wald. ‘Wieso habe ich diese Strasse vorher nicht gesehen?’, denke ich verwundert und wir überqueren die Strasse.
‘Irgendwie scheint es, als ob in den letzten Stunden einige sehr merkwürdige, unerklärbare Dinge passiert sind’ überlege ich und folge Ann weiter erneut auf einem schmalen Pfad, der sich durch den Wald schlängelt.
Nach etwa 45 Minuten auf dem schmalen Weg, lichtet sich der Wald blitzartig und ich sehe vor mir eine riesige Waldlichtung mit etlichen kleinen Hütten.
“Warte hier bis ich wieder zurückkomme”, sagt Ann zu mir. “Und bitte warte einfach… Egal was passiert”.
“Ich möchte…”
“Für was?”, schneidet mir Ann das Wort ab.
‘Strange’ denke ich ein weiteres mal… ‘Hat sie jetzt tatsächlich GEWUSST, dass ich mich bei ihr bedanken wollte für… Ja. Für was eigentlich? Hat sie mich vor irgendwas beschützt? Wo bin ich da nur reingeraten? Ok, OHNE Ann wäre ich wahrscheinlich nicht mehr da… Oder bin ich da wo ich bin gerade wegen Ann?’
Fragen über Fragen, die alle unbeantwortet bleiben, denn Ann verlässt mich erneut und ich stehe wieder allein da. Diesmal muss ich nicht lange warten und sie erscheint wieder und bittet mich, ihr zu folgen.
Sie führt mich in eine der Hütten und ich staune Bauklötze…

Veronika beschliesst zu sterben

Ich lese das Buch “Veronika beschliesst zu sterben” innert kürzester Zeit durch. Der Schreibstil von Paulo Coelho ist mitreissend und fesselnd.

Das Buch handelt von der 24 jährigen Veronika, die im Grunde genommen kerngesund ist. Eines Tages entschliesst sich Veronika jedoch, sich das Leben zu nehmen. Sie isst zuviel Schlaftabletten. Das Buch lässt offen, wie sie den Selbstmordversuch überlebt. Dies ist auch irrelevant.
Veronika wacht jedenfalls in einem Irrenhaus irgendwo in Slowenien wieder auf.
Dr. Igor teilt Veronika mit, dass die Schlaftabletten einen irreversiblen Herzfehler angerichtet hätte und sie nur noch wenige Tage zu leben hätte.
Die anschliessende Psychotheraphie unter Dr. Igor gleicht eher einem gekonnt arrangierten psychologischen Spiel, als einer herkömmlichen standardisierten Therapie. Dr. Igor versucht mit Veronika als Testperson ein völlig neues therapeutisches Konzept. Er verwendet den Begriff “Vitrol” als Bezeichnung für die Bitterkeit in jedem Menschen. Die Existenz des Vitrols und dessen Verbannung aus dem Menschen will er mit einer völlig neuen Therapieform beweisen…

Paulo Coelho versteht es den Leser bis zur allerletzten Zeile zu fesseln.

Ich habe dieses Buch richtiggehend verschlungen und kann es wärmstens weiterempfehlen.

 

PG20160108224415 – Nebel

Ich sehe Grau.
Ein RGB 112, 128, 144 oder auch Schiefergrau genannt.
Wenn ich senkrecht auf den Boden schaue, kann ich meine Füsse nicht sehen. Ich weiss, dass Ann neben mir ist. Ich weiss, dass Ann noch da ist.
Doch wo ist sie?
Ich rufe nach ihr: “Ann!”
Nichts.
‘Nicht schon wieder’ geht mir durch den Kopf. ‘Einmal am Tag reicht doch!?!’
Da höre ich direkt neben meinem Ohr ein leises Wispern. Ich strenge meine Ohren an und glaube verstanden zu haben: “Ic… h… Di… n… ni… m… ga… G…. erz…”.
Ich halte mein linkes Ohr in die Richtung, wo ich Ann erwarte und spitze es.
Ich sage nichts mehr. Lasse überhaupt nichts mehr von mir hören (Doch Dani; zumindest in einer Phantasiegeschichte kann ich das) und warte auf irgend ein Geräusch.
Für lange Zeit herrscht absolute Ruhe. Ich kann nur das Blut in meinen Ohren rauschen hören. Jeder Herzschlag hört sich an wie ein Donnerschlag.
A propos Donnern: Ich sehe ein Licht. Sofort presse ich meine Augen zusammen und halte mich fest. Ich weiss nicht woran ich mich festhalte…
Eine gefühlte Nanosekunde später nehme ich ein unerträglich lautes Donnern wahr. Um einiges unerträglicher als der Lärm der Stille vorher. 0 Dezibel vs 130 Dezibel. Es dauert eine gefühlte Minute, bis sich meine Ohren erholt haben und ich wieder etwas hören kann.
“Es ist vorbei.”
Ich nehme Ann’s Stimme wahr.
Mein erster Gedanke:
‘Ann lebt!’
dann der Zweite:
‘Ich lebe auch.”
Gefolgt vom Dritten:
‘Ich habe ungeheuren Durst und bin hungrig wie ein Bär’
Und zu guter Letzt:
‘Wasser und Fleisch’…

PG20160105213955 – Nebel

„Mein Name ist Angela.“
Wie treffend, denke ich mir. Ein Engel mit dem Namen Angela.
„War turbulent vorher. Mein Benehmen zeugte nicht gerade von Klasse. Sorry nochmals… Hat ja glücklicherweise niemand wirklich Schaden genommen. Ich könnte mir nie verzeihen, wenn ich irgendwem Schaden zuführen würde.“ erwiedere ich.
“Mein Name ist übrigens Markus. Nenn mich doch Mac”
“Nenn Du mich doch Ann”, sagt mir Angela und blinzelt mich mit ihren smaragdgrünen Augen an. Ich beginne schon wieder dahinzuschmelzen und sage schnell:
„Also, Ann, ich könnte mir das auch nie verzeihen, wenn Dir etwas schlimmes zugestossen wäre… Was auch immer da passiert ist. Es hat mich extrem mitgenommen und irgendwie hat es mich auch aufgewühlt…”
“Lassen wir uns das Ganze vergessen. Ist klüger für beide…“ sagt Ann und nimmt einen Schluck Kaffee aus der Schale. Ich überhöre ihre letzten Worten. Das passiert mir sonst selten… Keine Ahnung warum es mir diesmal passiert ist. Dieser Satz hätte mich aber stutzig machen müssen… Hat er aber nicht. Ich kann nur diese traumhaften, vollen Lippen sehen… Völlig fasziniert lausche ich der hübschen Stimme von Ann. Ich erlebe so was zum allerersten Mal.
Es ist eine Stimme. Nur eine Stimme, sage ich zu mir selbst.
‘Hör endlich auf zu träumen!!’
‘Nein’, blödes Tagebuch, ‘ich träume immernoch wann es mir passt!’
Es ist die Stimme von Ann. Die Stimme eines Engels mit so hübschen, vollen, Lippen… Bordeaux-rote Lippen. ‘Wie wäre es wohl, diese Lippen zu küssen?’, frage ich mich.

Leider reisst mich die gute An aus meinem Tagtraum, indem sie abrupt einen Themenwechsel durchführt.
„Schau mal raus. Stockdicker Nebel! Ich muss SOFORT nach Hause.“
‘Was geht?’, frage ich mich. Jetzt hatten wir doch die längste Zeit schönstes Wetter und jetzt dieser plötzliche Wetter- aber viel mehr Annscher-Launen-Umschwung.
‘Strange’, denke ich mir
„Woher kommt wohl dieser dichte Nebel?“, frage ich mehr zu mir selbst gerichtet als an Ann.
Kaum die Frage gestellt, schaut mich Ann an, als ob ich einen Aussatz hätte.
„Lass uns doch wenigstens noch die Rechnung begleichen“, schlage ich, ein wenig erstaunt über den plötzlichen Stimmungswechsel von Ann, vor.
„GIB GUMMI!“, schreit Ann mich brüsk an.
Ich rufe ein wenig enerviert den Kellner und ziehe mein Portmonnaie hervor.
Der Kellner kommt an unseren Tisch und kassiert ein. Seelenruhig lässt er sich Zeit mit dem Rückgeld. Tick, tick, tick und Ann brüllt den Kellner an: „Behalte das Geld! Wir müssen weg hier!“
Ich denke mir: ‘Was hast Du Dir da nur wieder für eine Spinnerin geangelt? Es hat doch so gut begonnen und jetzt sowas… Wieso muss ich immer auf so crazy Frauen treffen? Mit so perfekten Lippen und so einer wunderschön klindenden Stimme…’
Ann zollt mich mit einem vernichtenden Blick und sagt zu mir: „Träumen kannst Du, wenn Du Zeit dazu hast!“. Gleichzeitig reisst sie mich aus dem Lokal und wir tauchen in eine Nebelsuppe, die zäher ist als alle Nebel die ich je erlebt habe…

PG20160103100812 – Nebel

Eine engelsgleiche Stimme fragt mich wie es mir geht. Bin ich bereits im Paradies gelandet?

Ich stehe neben dem Engel und langsam beginnt sich die Taubheit der rechten Seite auf den rechten Oberschenkel zu konzentrieren. Das kommt mir bekannt vor. Frühere Stürze liefen exakt genau nach dem gleichen Schema ab.

Ich weiss also, dass mir nichts nachhaltiges passiert ist. Ich habe Glück im Unglück gehabt. Eine kleine Differenz zu früheren Unglücken besteht allerdings: Heute erhalte ich zum ersten Mal Hilfe von einem Engel, um auf die Beine zurückzugelangen.

Sie sagt zu mir: “Ist alles in Ordnung? Oder soll ich jemanden Informieren? Die 144 anrufen oder so?”

Ich erwiedere knapp: “Nicht nötig, Danke. Bin es mir gewöhnt…”

In Gedanken füge ich noch hinzu: ‘Ein grosser Unterschied besteht allerdings. Normalerweise hilft mir kein Engel zurück auf die Beine.’

Sie fragt mich: “Gehen wir irgendwo eine Schale trinken? Ich möchte Dir erklären, weshalb ich so in Eile war und Dich einfach umgerammt habe.”

Ich traue meinen Ohren nicht! Habe ich das jetzt richtig gehört? Ein Engel lädt mich zu einer Schale ein. Nicht ein normaler 0815-Kaffee, wie er von jedem Otto-Normal-Bürger getrunken wird. Nein, eine Schale! Woher kennt sie meine Vorliebe für Schalen?

Ich sage ihr: “Ich habe bereits eine Getrunken.” Und in Gedanken: ‘Zwar hat mich bei dieser kein Engel begleitet’. “Wir können gerne nochmals eine nehmen.”

Sie schlägt mir vor: “Gehen wir doch ins Hafenrestaurant. Das ist ein gemütliches Lokal direkt am See.”

Es hält mich absolut nichts zurück und ich stimme sofort zu. Im Hafenrestaurant angekommen begeben wir uns auf die Sonnenterrasse, bestellen unsere Schalen und sie beginnt zu erzählen…

 

PG20160102170241 – Nebel

Einige Sekunden vergehen.

Nichts passiert.

Nochmals vergehen einige Sekunden.

Immernoch nichts.

Ich wage meine Augen zu öffnen. Ich weiss nicht wie viel Zeit seit dem Knall vergangen ist, aber was ich sehe, nimmt mir fast den Atem. Träum ich oder wach ich? Diese Frage stellt sich mir und ich hoffe innigst, dass ich wach bin, denn so etwas habe ich bis jetzt noch nie gesehen.

Die Augen die mich anschauen sind grün wie ein schön geschliffener Smaragd im Licht der Sonne. Die junge Frau und ich schauen einander an und ich kann meinen Blick nicht abwenden. Es vergeht eine gefühlte Ewigkeit, beinahe als ob ich im Paradies gelandet wäre. Doch kaum ans Paradies gedacht, holt mich die Realität heftigst auf den Erdballen zurück. Meine linke Körperhälfte tut ungeheuerlich weh. Erst nach Minuten klingt der heftige Schmerz ab und macht Platz für die Taubheit auf der rechten Seite, die ich nur zu gut von früheren Stürzen kenne.

Langsam versuche ich wieder auf die Beine zu kommen. Während ich mit dieser Übung beschäftigt bin (mein Aufstehen gleicht wirklich einer in die Hose gegangene Turnübung), streckt sich mir plötzlich eine Hand entgegen. Dankbar ergreife ich die mir dargebotene Hand und lasse mir von dieser aufhelfen…

PG20151231114241 – Nebel

Wie am 2015-12-29 bereits mitgeteilt, startet heute das Projekt Phantasiegeschichten. Immerdann, wenn der Betreff des Beitrags “PGYYYYMMDDHHMMSS – Betreff” lautet, handelt es sich um einen Beitrag der meiner Phantasie entspringt. Sollte sich eine Person trotzdem in einem dieser Texte wiedererkennen, ist das rein zufällig und nicht von mir beabsichtigt.

Also lassen wir das Projekt beginnen…

Ich stehe am Morgen auf und schaue aus dem Fenster. Die Sonne strahlt mich an und ich strahle zurück. Gut gelaunt verlasse ich mein Zuhause, um den heutigen Tag in vollen Zügen zu geniessen.

Nur mit dem obgenannten Ziel vor Augen, begebe ich mich in den Zug nach Luzern und steige dort um nach Zug. Ich fahre also mit dem Zug nach Zug und nehme dort ein Taxi, um zum Theater zu kommen. Dort angekommen gönne ich mir eine Schale und beobachte meine Mitmenschen, wie sie scheinbar zielstrebig durch die Stadt wandern.

Nach der Bezahlung meiner Schale erhebe ich mich und mache mich langsam wieder auf den Rückweg. Ich beschliesse vielleicht noch in Luzern irgendwo einzukehren. Während ich zurück zum Bahnhof Zug schlendere, höre ich hinter meinem Rücken eine Stimme, die verzweifelt irgendetwas schreit. Ich drehe mich um und mir gefriert das Blut in den Adern. Eine junge Frau stürmt wie von der Tarantel gestochen auf mich zu. Als sie nur noch einige Schritte von mir entfernt ist, geht mir nur eins durch den Kopf: “Stürm an mir vorbei! Stürm an mir vorbei! Ich bin nicht so stabil auf meinen Beinen. BITTE STÜRM AN MIR VORBEI!!!”. Kaum erklingt das letzte Ausrufezeichen rammt sie mich zu Boden.

Am Boden liegend schaue ich ganz verdattert auf die Frau und will bereits Zeter und Mordio schreien. Einen Augenblick später ertönt ein ohrenbetäubender Knall und die Zeit scheint für Sekunden stillzustehen…

Ein Wort…

Mein Papa sagt heute zu mir: “Ich sage Dir ein Wort und Du kreierst eine Geschichte dazu und stellst sie auf Deinen Weblog.” Ich sage gut, versuchen wir es. Nach dem Dessert will mein Papa wissen, welches Wort er mir zum Merken während des Hauptganges (nicht der Indische Strom) mitgeteilt hat. Ich sage ihm das Wort und er staunt Bauklötze. Auch die anderen Familienmitglieder sind ganz verwundert über mein geniales, immernoch perfekt funktionierendes Hochleistungsgehirn. Ich nehme mir also vor, um ebendieses Wort herum hier eine Geschichte zu generieren. Es gibt allerdings noch einen Präambel zu diesem Wort:

Nach dem Dessert fliesst noch ein wenig Alkohol und wir diskutieren über die Herkunft unserer Namen (eigentlich den Namen einer ganz spezifischen am Esstisch anwesenden Person). Ich frage unseren lieben, allgegenwärtigen Onkel, woher der Name wirklich stammt. Als ich meine Recherche präsentieren will, stelle ich ernüchtert fest, dass es eigentlich mittlerweile gar niemanden mehr so richtig brennend interessiert. Ich bin der Einzige der immer alles gegoogelt haben will und nichts einfach so im Raum stehen lässt. Nun gut… Dann lassen wir die Tatsache, dass dieser aus dem Altirischen stammt halt gezwungener Massen wortwörtlich “im Raum stehen” und wenden uns dem nächsten Thema zu.

Es geht um die Frage, was die Abkürzung GUS bedeutet. Prompt richten sich alle Augen meiner Familienmitglieder auf mich, weil ich ja immer alle Abkürzungen innert Nanosekunden dem Interessenten kundtun kann. Natürlich nicht heute und nicht an diesem Ort! I woass es neeee! I kanns net sagen! Ungläubig und strafend richten sich alle Blicke auf mich und ich fühle mich schlecht. So richtig schlecht. Meine Unwissenheit führt zu einer weiteren Google-Odyssee sondergleichen. Als mein Bruder das Resultat präsentiert, sehen mich mittlerweile sogar die Gäste mit strafenden Blicken an. Ich fühle mich nackt und schutzlos. So vollkommen unwissend.

Als die östlichen Länder auch kein Thema mehr sind diskutieren wir weiter über eines von Papa’s Lebenswerken. Das Letzte. Der Name eines Bundesrates fällt auch noch. Dies nur zur kurzen Info. Dieses Thema nimmt einen längeren Block ein und wir driften anschliessend fliessend zum Fall MME über. Dieser ist auch nach bald 14 Jahren immer noch ein beliebtes Thema.

Nun gut… Irgendwann ist jedes Fest zu Ende. Es ist wie mit der Wurst. Auch die hat zwei Enden. Allerdings hat sie streng genommen nicht zwei Enden, sondern einen Anfang und ein Ende. Langsam wird es heftigst Konfus.

Niemer weisssss eifach wo was esch, weissssss!

Um nochmals auf das Wort im Präambel zurückzukommen… Was denkt ihr, liebe Blogleser, habe ich mit diesem Wort in der zwischenzeit gemacht???

Richtig! Ich habe es vergessen…  Razz