Der Kirchenchor hat es doch drauf. Der Kirchenchor kann, wenn der Kirchenchor das explizit will, auch weltliche, fetzige Musik überzeugend interpretieren.

Let’s start at the beginning…

Als Beat, unser Dirigent, uns über das definitive Programm unseres weltlichen Projekts informiert hat, sind alle hell begeistert… Dann holt uns wie immer die Realität ein und ich denke (wie übrigens bei jedem Projekt, welches Beat mit uns einstudiert) das schaffen wir niemals. Nie im Leben hört diesem Gejaule jemand auch nur länger als 10 Sekunden zu. 5 Sekunden um sich vom Schock zu erholen, 4 Sekunden um den vollkommen korrekten Schluss zu ziehen, dass jetzt noch genau eine Sekunde bleibt, um die Grenze von Eschenbach zu erreichen und sich in Sicherheit zu bringen und in der letzten Sekunde festzustellen, dass mit allem Kraftaufwand dies nicht möglich ist…

Nichts von dem oben beschriebenen wird Realität. Unser Dirigent drillt uns souverän auf Höchstform:

Langsam trudelt der Chor auf die Bühne. Was haben die? Rischtig! Die können es noch nicht und haben Hemmungen. Vor allem habe ich Hemmungen. So zittrige Beine hatte ich lange nicht mehr. Die Hemmungen verfliegen gekonnt zum ersten Taktschlag des Dirigenten. Jedem Sänger gebührt eine Alpenrose, für die Liebe, die wir heute Nacht verspüren dürfen. Der ganze Chor schaut auf seinen Weg und erobert gemeinsam das Paradies.

Der Sonnenaufgang im Paradies lässt auf sich warten. Dann kommt doch noch die Sonne und steigt hoch hinauf. In der Höhe trocknet sie die Erde ab und zeigt uns den Platz an der Sonne. Mit siebzehn Jahr und blondem Haar sagt uns unsere Liebste: “Mein Dessert hätte ich gerne mit Sahne”. Mit 66 Jahren ist es endlich soweit. Das Dessert ist perfekt…

Jetzt gönnen wir uns eine Pause.

Nach der Pause heisst es wieder: Geld, Geld, Geld. Auch ich träume davon. Wie gewonnen so zerronnen. Mamma Mia wo ist all das Geld hin? Wahrscheinlich wollte die Big Mamma mal ein Zeichen setzen. Gesagt, gesungen: “Irgendwie, irgendwo, irgendwann”…

Geblendet von den Super-Bühnenscheinwerfern danken wir für die Musik.

Der tosende Applaus holt mich wieder zurück in die Realität. Ich war wie in einer Art Trance… Ich denke mir: “Wasserlassen”… Dringend! Da stimmt die Band die erste Zugabe an: “Waterloo”. Es fetzt und wir mischen nochmals den ganzen Saal auf. Erneut… Die Spannung fällt. Die Blase schreit: “Wasserlassen”. Die 2. Zugabe folgt. Nochmals Waterloo und erneut folgt ein tosender Applaus. Jetzt lässt uns das Publikum gehen und ich mache mich auf. Wohin? Zu meinem persönlichen “Waterloo” :-).

Anschliessend kehre ich erleichtert zurück in die Konzerthalle und treffe dort noch auf… Ja, Dani, wen meinst Du könnte ich meinen? Richtig: “Marie Ann” besucht mit ihrem Mann unser Konzert… Damit hätte ich nie gerechnet. Das ist eine super Überraschung…

Rock, Pop ond meh – Rückblick

6 Gedanken zu „Rock, Pop ond meh – Rückblick

  • Montag, 2016-09-26 um
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    Hihi..sehr guet gschribe mit Bezug uf die verschiedene Liedtitel:-)
    Nomol es Komplimänt fürs Konzärt. Hed super tönt und isch e sehr asprächendi Titelwahl gsi.
    Wenn startet euchi Schwizertournee?

    Antworten
  • Montag, 2016-09-26 um
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    Hesch super guet gschribe und die Sache uf e Punkt bracht.Bravo Mek

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  • Dienstag, 2016-10-04 um
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    Salut seMac

    Ohne Witz, dieses Konzert hätte sogar ich wohl besucht. Aber an diesem Wochenende war ich mit umziehen beschäftigt (nein, ich habe nicht nach langem meine Kleider gewechselt, sondern bin in eine neue Wohnung umgezogen…). So wurde nichts daraus.

    Aber dann kam mir in den Sinn, dass ich Mary Ann schicken könnte. Immerhin habe ich Hugo mal gebeten, die Betreuung ausserhalb der Arbeitszeiten nicht mehr alleine machen zu müssen… Und siehe da, wie es der Zufall so will, wer war am Konzert?
    Wobei mir schleierhaft ist, warum sie ihren Mann da reingezogen hat, der kann nun wirklich nichts dafür 😀

    Spass bei Seite, diesen Eintrag hast du wirklich gut geschrieben, deine Wortwahl ist super und wie du aus den Songtiteln eine Geschichte aufgebaut hast, blablabla bla blabla, blabla, bla blablawhateverblabla, genial!!! Sorry, das mit dem positiven Feedback übe ich noch 😛

    Gruss

    sePätschert

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  • Freitag, 2016-10-14 um
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    Lieber SePätsch
    Ich dachte mir bereits, was denn nun so plötzlich in den gefahren ist?!? Da lese ich weiter und stelle fest, dass der SePätschert immernoch genau der Gleiche ist. Da bin ich jetzt froh. Chapeau!
    Danke übrigens für das Kompliment. Ich vermute, dass Du es ein klitzekleines Bisschen ernst gemeint hast. Jetzt ist schon viel Zeit vergangen und Du hast Dich wahrscheinlich wieder anders entschieden und ziehst das Kompliment zurück, damit Du mir den Finger noch mehr in mein Auge hinein”pfffft”en kannst…
    Wenigstens hast Du doch erst nach ca. 10 Sätzen (ich hab nicht nachgezählt) mit dem Dizzen begonnen. Das finde ich sehr stark und mutig von Dir, Dani. Ich weiss, Du kannst Dich ändern und Du weisst, Du musst Dir das nicht und so…

    Vielleicht schreibe ich diese Antwort nochmals neu… Ist doch bereits spät.

    Pax

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