Heute ist Hansis Tag. Heute löst er sein Geschenk an Paa und mich von Weihnachten 2015 ein.

Er hat uns zu dieser Festivität ein Klavierrezital der besonderen Art geschenkt.

Wir dürfen uns den berühmten russischen Pianisten Grigory Sokolov anhören.

Gemäss Programm dürfen wir uns auf fünf Perlen (3 von Mozart und 2 von Schumann) freuen.

Nach dem Begrüssungsapplaus, den Grigory quasi ignoriert setzt er sich an den Steinway und lässt uns für zwei Stunden in andere Welten tauchen. In die Grigory-Welt. Absolut phantastisch, wie er Mozarts Klaviersonaten fein und lieblich dem Publikum präsentiert. Als Zwischenstück zu den Sonaten gibt es eine Fantasie in Moll, die dem Namen wirklich Ehre zollt. Grigory nimmt uns mit auf einen Trip in weit entfernte Welten der, wenn man so will, ein bisschen psychedelischen Klavierkunst.

Nach der Pause geht es weiter mit Schumann’s Arabeske. Grigory besitzt die Gabe den Zuhörer in kunstwerkspezifische Stimmung zu entführen. Bei der Arabeske holt er gekonnt einen gewissen orientalischen Touch aus dem Flügel heraus. Ich staune über seine Fähigkeiten des Musizierens. Zum Abschluss folgt nochmals eine Fantasie in C-Dur, ebenfalls von Robert Schumann.

Grigory erhebt sich, rauscht davon und weg ist er. Typisch Grigory… Minutenlang applaudieren die Zuhörer und honorieren Grigorys Künste.

Der Pianist taucht erneut auf der Bühne auf, läuft zum Steinway und bedankt sich mit einer ersten Zugabe. Nach der ersten Zugabe zieht er wieder ab und das Publikum zollt Grigory Beifall. So dass er nochmals auf die Bühne kommt und eine zweite Zugabe spielt. Grigory ab. Zuschauer klatschen und klatschen. Grigory auf. Zugabe Nr. 3.

Diese Zugabe lässt den renommiertesten Konzertflügel nur noch zittern vor Angst. Grigory bearbeitet den Flügel auf seine altbekannte Art und Weise. Keine Gnade. ‘Der arme Flügel’, denke ich mir und geniesse…

Grigory ab. Beifall. Grigory auf.

Kurze Zugabe Nr. 4.

Grigory ab.

Nun will er es wissen. Grigory tritt ein weiteres Mal auf die Bühne und ich freue mich bereits darauf, dass der Flügel zu Grabe getragen wird. Doch er liebkost den Flügel für das Stück nochmal. Kaum zu glauben, es gibt zum Schluss noch eine sechste Zugabe bevor Grigory dann gschwind, genauso wie er erschienen ist, die Bühne und das Spektakel verlässt.

Vielen Dank lieber Bruder für die schöne musikalische Reise und bis bald einmal…

Knallrotes Piano

Grigory im KKL

4 Gedanken zu „Grigory im KKL

  • Freitag, 2016-11-25 um
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    Lieber Bruder Bruder Bruder

    einfach grossartig geschrieben. Dein Text stellt viele Drehbücher in den Schatten :).

    Ich habe mich über deine Begleitung sehr gefreut.
    Hoffentlich auf bald

    Hannes ab.

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    • Sonntag, 2016-11-27 um
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      MME auf
      Lieber Hansi

      Vielen Dank für Dein Kompliment. Bei der LuZe kann ich mich glaube ich noch nicht bewerben, oder?

      Hab mich auch gefreut. Macht immer wieder Spass mit euch allen…

      Scheeni Zyt

      MME ab

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  • Montag, 2016-11-28 um
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    Lieber Markus
    Dein Bericht lässt einem das Konzert geradezu nacherleben.
    Ich kann das Kompliment von Hannes nur unterstreichen und unterstützen. Ich bewundere in jedem Text deinen Schreibstil und beneide dich, denn so wortgewandt wie du bist, möchte ich auch mal sein, aber dass kann ich gar nie mehr werde!!!! Ich denke, es würde schon für eine Bewerbung bei der LuZe ausreichen. Ich glaube du schreibst besser wie manch ein anderer, aber vielleicht ist das Problem, dass du sogar zu gut, zu schön, zu korrekt schreibst für eine Zeitung. Nun wünsche ich dir und Hannes eine schöne Woche und freue mich auf nächsten Sonntag! 🙂
    Liebe Grüsse Annemarie

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    • Samstag, 2016-12-03 um
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      Ciao Ammarie 😛

      Herzlichen Dank für Dein Kompliment. Das mit dem neuen Job verjahrzehnten wir glaube ich. Momentan bin ich äusserst glücklich bei meiner Arbeit.
      Es freut mich immer sehr, wenn ich von Dir einen Kommentar entdecke.
      Vielen Dank und bis bald
      Mac

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