Auch dieses Jahr nehme ich an der GV der Fragile teil. Es ändert sich auf organisatorischer Ebene einiges. Einige Wechsel und Rücktritte auf höchster Ebene führen zu einer grösseren Umverteilung und Übergaben von verschiedenen Ämtern.

Nach dem sehr langen offiziellen Teil (wie immer komme ich unverpflegt an diesen Anlass, da ich weiss: Jaaaaaa. Es gibt die legendäre Gerstensuppe mit feinen Fleischstücken drin). Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht zwei Mal, halt sichern DREIMAL! meinen Suppenteller ordentlich auffüllen würde. Nach dem zweiten Mal nachschöpfen, spricht mich die Person hinter dem Topf an und teilt mir mit: “Muesch denne au no Desseer möge, gäu!”
“Jojoooo… Das mag denne scho no ine ;-)”

Fragile Suppeessen

Fragile Suppeessen

Zurück zur Hauptmahlzeit. Während dem Suppeverdrücken unterhalte ich mich mit Priska. Nachdem ich ihr “Hallo” gesagt habe und sie mir mit einem “Ja” geantwortet hat, denke ich mir: ‘Strange, dasch etz ne gad daas woni erwaartet ha…’
Jedenfalls rede ich weiter mit ihr und sie teilt mir immerfort mit: “Ja, ja, ja”.
Nach einer gefühlten halben Ewigkeit fange ich an zu realisieren: Sie ist Aphasikerin und kann gar nichts anderes sagen.
Feinfühlig wie ich bin, klatsche ich Priska folgenden Satz vor den Kopf: “Ech rede jo scho gnueg, dasch eigentli no en Voorteil, wenn Du nor ‘Joo’ seisch. Soscht wärs wie zvöu. Wenn mer beidi nonstop wörded rede”
Im gleichen Moment schiesst mir durch den Kopf: ‘MME, LOS OFT ROOTSCHLÄÄG VOM SEPÄSESE!!! NED EMMER SÄGE, WAS ES DET OBE DÄNKT!’
Wie recht Dani gehabt hätte…
Ich wäre nicht ich, wenn ich die ganze Situation nicht noch massiv verschlimmbessern würde. Gekonnt lenke ich von meinem ersten Lapsus in eine noch viel schlimmere Katastrophe. Ich versuche aus dem angerichteten Schaden das Beste herauszuholen und verhasple mich indem ich beginne wirres Zeug zu brabbeln… Glücklicherweise ist Priska nachsichtig und vergibt mir all meine Malheure…

Nächstes Thema: Jemand will von mir meinem Namen wissen. Nichts böses denkend, sage ich mein Name ist Markus. Er: “Und zum Nachnamen?”
Ich: “Meier”.
Instantan folgt, was folgen muss: “Knpffffffffffffffffff”, macht es: “Gross M, chlini Eier, das isch är, de Meier!”
Und dann nochmals Knpfff: “Du muesch emmer 2 Eier ufs Mol ässe, soscht chonsch en schräge Sack öber!”
Zu protal. Ich lach mich fast kaputt, hab ich die beiden Sprüche doch noch nie gehört.

Zurück zum Suppeessen: Nachdem die Suppe nicht mehr so heiss ist, setze ich den Suppenteller an und trinke die Suppe aus. Teller absetzen, wohlig grunzen und zu Debi rüberschauen. Sie tut es mir gleich. Was folgt ist ein kleiner Super-GAU:
Debi musse nämlich laut rauslachen, während sie am Suppe “trinken” ist. Dies, weil ich ihrem Mami nachfolgende Frage stelle: “Worom om aues i de Wäut sötti d’Debi ufs Soppe trinken verzichte? Loh si doch loh mache, wenn si d’Soppe wott uus………..”
Die Antwort auf meine Frage gibt uns Debi gleich selbst: Die Suppe wird in hohem Bogen von Debis Mund zurück auf den Tisch geprustet und sie verfällt in einen nicht mehr Enden wollenden Lachkrampf. Debis Maa zollt zuerst Debi einen strafenden Blick, um anschliessend einen noch viel vernichtenderen Blick auf mich zu werfen…
Ich schaue sie ganz unschuldig an und mampfe genüsslich meine Suppe weiter. Nach der Suppe folgt noch ein (für mich) bescheidenes Dessert, da ich bereits genug Hauptgang gemampft habe…

Jedenfalls verlasse ich nach drei Tellern Suppe und einem Dessert glücklich und zufrieden über diesen Tag wirklich vollgemampft den Veranstaltungsort und laufe die 500 Meter an den Bahnhof Luzern. Diese Distanz fühlt sich wie ein Halbmarathon, also quasi Luzern – Eschenbach (plusminus 21.0975 Kilometer) Marsch an.

Anderntags besuche ich die Familie Herzog im Kanton Aargau. Die Herzog-Mädchen sind richtige Prinzessinnen und wir blödeln rum bis die Eltern Meier und Herzog praktisch im Chor mitteilen: “Jetzt ists dann gut mit der Rumbrüllerei” resp. “Etz esches de guet met dem Gläärm, huere Theater”.
Die drei Männer diskutieren (für SeSePa: zwei Männer und eine Frau) auf höchster Ingenieursebene über den Worthäufigkeitsindex (WHI) und stellen Thesen auf und debattieren darüber. Es ist naheliegend, dass wir als Erstes eines der am häufigsten vorkommenden Wörter als Basis nehmen, um dann anhand dieser Erkenntnis ableiten zu können, wie wir weiter vorgehen werden. Halt voll Ingenieursmässig. “Try and error”-Methodik, um sich nach und nach dem Resultat zu nähern. Wir befragen den Onkel Doktor und stellen fest: ‘der’ hat einen WHI von 5 Punkten. Sieht nach maximum aus. Also prüfen wir noch einen weiteren Begriff: ‘professoral’. Dieser Begriff hat einen Index von 2. Schlussfolgerung: Das Wort kommt seltener vor.

Erneut gibt es eine Esskalation (Esskalation ist richtig geschrieben, glaubt mir ;-)), denn ich verdrücke zuerst einen  selbstgemachten Cheesecake. Der schmeckt absolut phantastisch. Noch ein zweites Stück für MME. Mir wird mitgeteilt, dass es dann noch Raclette geben würde zu späterer Stund. Raclette? Nicht im Ernst… Ich hab bereits wie ein König gespiesen. Was soll ich jetzt nur tun? Genau, genau. Das Raclette ist halt im wahrsten Sinne des Gastgeberfamiliennamens: “herzöglich”.
Wir verabschieden uns von der herzöglichen Familie und nehmen den Nachhauseweg in Angriff.

Fragile-GV 2018

2 Gedanken zu „Fragile-GV 2018

  • Sonntag, 2018-03-11 um
    Permalink

    Spannender unterhaltsamer Beitrag wie immer. Du schaffst es schon immer, dich mit netten Damen zu umgeben, sei es an der Fragile GV oder bei Christian und Tina mit den drei Prinzessinnen.
    Dem SeSe sein Ratschlag in Ehren, aber nur zweimal ins Fettnäpfchen trampen pro Abend, das ist ja noch tolerierbar, sonst gäbe es ja nichts zu lachen.

    Antworten
  • Pingback:Fragiles Wochenende – Markus Meiers Tagebuch

Dein Kommentar:

Zurück