Am Donnerstag ist Auffahrt. Auch bekannt unter dem Namen: Christi Himmelfahrt, Christi Takes Off oder “Jesus goes home”. Der Kirchenchor besingt dieses wichtige christliche Fest mit peppigen, teils aufgestellten teils nachdenklich stimmenden Negro-Spirituals. Neuzeitlich heissen diese Lieder: “African-American Spirituals”. Tönt recht kompliziert und momentan darf die ursprüngliche Bezeichnung noch gebraucht werden… Nach der Messe begeben wir uns noch in das Brioche und gönnen uns unser wohlverdientes Chaffi mit emene Gepfeli…

Anderntags stehe ich zeitig auf und begebe mich mal an den Morgentisch. Eine Begrüssung an Paa, die Möckli aus dem Schrank genommen, die Milch mit den Möckli vermischt, dann den ersten Löffel genüsslich zum Mund geführt. Kauen!

Dann tönt es scheu von der Seite: “Duu, Mac, höt esch doch en spezielle Daag, ne?!?”

Ich denke nach und komme zum Schluss: “Weiss ne, wast meinsch!”

Der Groschn fällt nicht.

Immernoch nicht.

Dann fällt er dann doch noch: “Häppy Bööörsdeiii, liebe Paaaa, häppy Bööörsdeiiii, liebe Paaa, zom Geboortstag vel Glöck…” Tscholdigong, wägem Dinglisch…

Nach meiner morgendlichen Weiterführung der gestern begonnenen Singeinlage, trudeln anfangs Spätnachmittag die ersten Geburtstagsgäste ein. “trudeln”… Trude. Trudi. Trudy. Korrekt… Unter anderen statten uns auch die Chelechörler vom Morgen Trudy, Gäby und Beat einen Besuch ab. Gegen Abend erscheinen noch weitere Gäste. Nebst Kaspar und Rachel und Philippe, den ich als Special Guest speziell erwähnen möchte. “Special Guest speziell” wiedermal eine MME-konforme Formulierung…

Er stimmt ein weiteres Häppy Bööörsdey toooo yuuu ein und bringt eine Variation des altbekannten Liedes rein.

Da sind alle in Feierlaune und freuen sich ihrer Leben. Alle, ausser?!?

Jaa, genau… Paa, der freut sich nur bedingt. Ist er doch schon wieder ein Jahr älter und der Glückseligkeit einen Schritt näher gerückt… So ist das Leben halt…

Nach dem Feiern begebe ich mich ins Bett und freue mich bereits auf morgen. Dann heisst es nämlich: Bodyshaking und Abdancing bei Fiona.

Zuerst kochen resp. backen wir eine leckere Pizza. Diesmal ist sie leckerer als auch schon. Auch keine Sardinen legen wir darauf:

Pizzamampfen bei Fiona

Pizzamampfen bei Fiona

Wir dancen und headbangen wie die wilden weiter. Dann folgt wie immer relativ abrupt und unvorhergesehen das Ende eines schönen, gemütlichen, gemeinsamen Tages.

Fiona sagt mir, dass sie müde sei und ein wenig ausruhen möchte.

Ich denke mir: ‘Cool, noch ein bisschen Hangen nach dem Headbängen’

Nichts da! Quasi sofort heisst es für mich Abschied nehmen und zum Bahnhof gehen. Dort angekommen stelle ich fest: ZAPRISTI! Jetzt muss ich 26 Minuten auf den Zug warten… Das ist sowas von enervierend! Nächstes Mal koordinieren wir das ein bisschen besser und ich bange vielleicht noch ein bisschen länger Head, oder wenn wir müde sind noch ein Chäffele reindrücken oder so…

Anderntags besuche ich wiedermal die Heilige Messe bei Pater Alberich. WIe immer ist es ein wohlgenuss seiner durchdachten, schlüssig dargebrachten Thesen zu lauschen und gemeinsam Jesus Christus zu begegnen.

Nach der Messe gehts nach Hause und wir werfen uns in Schale, um das Muttertagskonzert im KKL zu besuchen. Es spielt das Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Olli Mustonen. Zu Beginn erklingt ein wunderbares Stück von Johann Sebastian Bach. Lieblich verschmelzen die Klänge von Streichinstrumenten mit den beruhigenden Tönen einer Altflöte. Das LSO legt einen phantastischen Start mit dem “Brandenburgischen Konzert” hin.

KKL-Konzert

KKL-Konzert

Es folgt Hindemiths Thema mit Variation der “vier Temperamente”. Bei diesem Stück kristallisieren sich das Temperament des Dirigenten und seinen temporeichen Klavierpassagen aus.
Erstaunlich. Dirigent und “seinen” Klavierpassagen? Ja. Richtig gehört…
Er dirigiert das Orchester, während dem er Klavier spielt. Er sitzt auf dem Klavierstuhl, um dann nach 3 Sekunden Klavierspielen, kurz das Orchester abzuwinken, um dann sofort mit dem nächsten Stück weiterzufahren und dann wieder aufzuschnellen, um dem Orchester den nächsten Einsatz zu geben. Ich stelle mir während dem Konzert deshalb berechtigterweise die Frage: Ist er nun ein “Diringist” oder ein “Piangent”?  😉 

Wir dürfen noch einem für mein Gehör nicht weiter spezifizierbaren, WAM-Standard-Klavierkonzert Nr. 11 in F-Dur und einer von Felix Mendelssohn geschaffenen Sinfonie Nr. 4 in A-Dur mit einem äusserst nahrhaften Schlussbouquet lauschen. Ein phantastisches Hörerlebnis schliesst meinen Verlängerteswochenendetagebuchbeitrag ab.

Geburtstagsfeier, Dancefloordancing und Klavierkonzert

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