Gemeinsam mit Papa und Mama besuche ich heute gegen Abend das Klausjagen in Küssnacht am Rigi. Klausjagen tönt noch spannend. Obwohl ich mir direkt vorstelle, wie der Samichlaus, der liebe Mann von allen gejagt und voller Angst sich entfernen wird. Das ist ja eigentlich nicht das, was man damit erreichen will.

Nun gut. Dies nur als kleine Einleitung. Viele werden mir jetzt sagen: “Legg ned emmer jedes Wort oft Interpretationswoogschaale ond dänk eifach mou chli positiv. Ned emmer noor s’Negative ond s’Schlemmschtmögliche gseh!”

Ter chönnted rächt haa…

Wir brechen also am frühen Vorabend mit dem ÖV auf in die Heimat meines Papas. Während der Fahrt erzählt er uns erneut seine legendären Geschichten, die er in seiner Jugend dort erlebt hat. Immer wieder toll, diesen uralten, in der heutigen Zeit absolut nicht mehr denkbaren Aktionen und Erlebnissen zu lauschen, die sich die damalige Jugend noch hat leisten können. Heutzutage würde man solche “Problemkinder” instantan an die KESB, die Jugendpsychiatrie, die Armee oder gar die NATO zur Therapie abgeben.

Jedenfalls begeben wir uns gemeinsam mit Martha, Ursi, Remo, Brigitte und Werner ins “Cantinetta” in Küssnacht. Wir mampfen dort in geselliger Runde leckeren “italian-food”. Nachdem ich meine Scampi und Calamares verspeist habe, bitte ich höflich bei den Frauen, welche ihre Portionen nicht vollständig gemampft haben, “öb ech ächt no chönnti chli guttiere”.

Die Reaktion von meiner Mama: “Ja nee, Düü, säg getts Ter eigentli no? Hesch Düü etz no nit gnüeg kä? Das fräägt meh nit eifach so inere sone Rondi dre, gäll!!”

Remo rettet mich dann aus dieser Zwickmühle und meint: “Lohne doch loh gniesse. Är cha de moorn weder luege.” Danke lieber Remo! Danke auch Dir liebs Mami, dass Du mich in den restlichen 363 anderen Tagen ein bisschen zurückhältst…

Nach dem auf gut wallisisch gesagt “Dischegstive” begeben wir uns auf die Gassen in Küssnacht. Wir ergattern uns den, von den beiden Bauschischinöören berechneten, perfekten Platz, damit wir am meisten vom Umzug sehen und eine ideale Tonbeschallung erfahren dürfen.

Mich beeindrucken die, gemäss Zentralschweizer Zeitung vom 06. Dezember 2018, 1674 Umzugsteilnehmer, welche mit ihren bis zu 30 Kilogramm schweren Iffelen an uns vorüberziehen:

Iifelen

Iifelen

Wir geniessen all die schönen und ideenreich verzierten “Kopfbeschmückungen” und Klänge der “Triichler”.

A propos Triichler. Ich erstelle noch zwei Videos dieser Triichler. Einerseits eine eher helle Version wo die Triichler auch noch nicht so laut spielen und sie noch einigermassen erkennbar sind. Allerdings passiert dies vor dem eigentlichen Umzug.  Der geneigte Leser wird erkennen, dass die Jäger in die falsche Richtung laufen:

 

Und andererseits: THE DARK SIDE OF THE TRIICHLERS!

Obwohl auf dem Zweiten die Strassenlampen ausgeschaltet sind, sind dennoch ab und zu die Klausjäger mit ihren sonoren und gleichzeitig tosenden, markdurchdringenden Klängen ab und zu zu sehen:

Irgendwie erinnert mich das ein bisschen an den Ku Klux Klan… Nur ein kleines Bisschen. Dann wird mir wieder bewusst, um was es den Klausjägern tatsächlich geht und dann bin ich beruhigt…

Nachdem alle Musikanten, Iifelenträger, Klanmitglieder und all die anderen Darbietungen langsam vorüber sind, machen auch wir uns langsam auf den Nachhauseweg.

Das müssen wir unbedingt wiederholen, lieber Remo und Kompanie… Hat riesen Spass gemacht…

Anderntags schlafe ich lange aus und mache mich dann auf nach???

Korrekt! Nach Bern. Es ist Gemütlichkeitsfreitag. Ich kann mich auf MEINE Michèle freuen. In der Berner Fragile-Gruppe fühle ich mich einfach wohl. Ich hab Michèle sowas von gerne. Ja, ich liebe sie! Sie ist wie eine nie dagewesene Liebe für mich. In ihrer Nähe fühle ich mich wohl, verstanden und akzeptiert. Ich fühle mich geborgen wenn sie in meiner Nähe ist. Sie besitzt die genau richtige Menge an Verständnis, Witz und sie akzeptiert mich so wie ich bin. Sie versucht all meine Eigenheiten zu verstehen und richtet nicht über mich. Sie hört mir zu und krault mich am Schädel. ICH LIEBE DAS MICHÈLE!!

Ich freue mich bereits jetzt auf das erste Kraultreffen im 2019.

Chlausjage

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