Am späteren Nachmittag meines wohlverdienten freien Mittwochs mache ich mich auf zum monatlichen Treffen mit “meiner” Anja.

Um 17:29 kommt mein Zug an und ich sehe wen? Richtig! Niemanden!
Cell packen und Anja folgendes Whaaaaaaaaaatzzzzz senden:

Whaaaaaatz

Beim erneuten Lesen kugelt es mich vor Lachen!
Sooo en huere Psycho, dää MME!
Jedenfalls erscheint Anja dann doch mit einer Verspätung von 2 Minuten und 23 Sekunden und teilt mir mit:
“Ech ha no Dini WhatsApps mösse lääse. Drom beni verspöötet gsii!”
Meine Antwort: “Was hesch no mösse lääse?”
Anja: “Dini WATZUPZ!!”
So ist es besser Anja…

Wir ziehen auf direktem Weg ins Lokal des heutigen Tages. Ins Balance.
Ein recht dekadentes Lokal mit äusserst zuvorkommendem Servicepersonal. Das hat seinen Preis. Gerne bezahle ich einige Franken mehr für eine liebenswerte, freundliche Bedienung.
Die Köstlichkeiten, die uns erwarten verspeisen wir in gemütlicher, musikalisch untermalter, Atmosphäre. Ein Livepianist legt einen relaxten Klangteppich und wir verfallen mal als erstes in Schweigen, Geniessen und stimulieren beinahe all unsere Sinnesorgane.
Dann ist der Gaumen dran:
Ratet mal, was ich bestellt habe? Korrekt! Einen Burglar!
Burglar? Erster Gedanke: McDonalds!
Nichts da! Da liegen Galaxien dazwischen!
Nicht nur vom Geschmackserlebnis her, versteht sich… Oder doch?
Gemampft wird wie im McDonalds. Ohne Besteck. Mit den blossen Händen.
Anja meint nur knapp : “Ech wörd velech need. “
Burglar auf Teller ablegen, Serviertochter rufen, klären ob das echt möglich sei hier? Dann subito ein unwiderstehliches und gleichzeitig schmunzelndes Lächeln erntend, gefolgt von einem herzhaften Neinibeissen in das (Zensur)Ding von meiner Seite her!

Anja und die Chinesen um mich herum schauen mich komplett perplex und komisch aus der Wäsche guckend an und vor allem die Chinesen fragen sich: “我們在哪兒? 在瘋人院?”

Antwort von Anja: “Joo und Nei! Dää esch emmer so…”

Es war jedenfalls erneut der Beste Burglar ever. Wie bereits schon viele Male vorher.

Nach dem Essen legen wir eine Pause ein und Anja wird ganz formell. Sie beginnt ihre dritte (ich hab zwar nicht mitgezählt, schätze, dass wir bei Drei sind…) Theraphiesitzung mit mir und berät mich nach wie vor kostenlos darüber, wie es um mein Befinden, Liebesleben, Arbeitsleben, etc. steht und geht. Ich bemerke, dass Anja sich bereits typische therapeutische Verhaltensmuster angeeignet hat:

  • Sie gibt Antwort mit einer Rückfrage.
  • Sie nutzt oft: “Wie füühlt sechs aa?”… Da kommt mir jeweils mein Papa in den Sinn: “Wie fühlen Sie sich heute Herr Meier?”, Antwort Paa: “VERSCHISSEN!!
  • Ich müsse mich in die Gegenseite versetzen.
  • “Wie hättsch Du Dech gfüühlt?”, und so Zeug

Hast ja Recht Anja. Ich gebs zu. In einigen Situationen müsste ich mir tatsächlich angewöhnen: “Hirn an, dann Mund auf” und nicht umgekehrt.

Ist halt schwierig, wenn sechs Siebtel aller Hirnzellen tot sind!

Nach dem offiziellen Teil kommt noch ein wohlverdientes Dessert. Hab ich doch beinahe das ganze Restaurant unterhalten. Dann muss das doch noch ehrenhaft Enden heute:

Dessert

Dessert

Phantastisch. Ich hab keine Ahnung mehr, was das alles war. Geschmeckt hat es irgendwie speziell, ungewohnt, neuartig.

Nach dem Dessert thematisieren wir erneut nochmals die liebe Liebe. Wir stellen gemeinsam fest, dass ich eine sehr klare Vorstellung meiner besseren anderen Hälfte habe und mir wahrscheinlich die Richtige nicht einfach so über den Weg läuft. So per Zufall. So Liebe auf den ersten Blick ist eher nichts bei mir. Wahrscheinlich auch auf den Zweiten nicht…

Allenfalls auf den Dritten. Wenn die Perfekte dann nicht schon lange Reissaus genommen hat und sich in eine imperfekte (ech weiss, liebe Cheflatiiner… das esch es Wortspeeli. Take it iiiisyyyy) Liebe umgewandelt hat.

Wir verlassen das Lokal und bestaunen auf einem kurzen Marsch zurück auf den Bahnhof die Testphase der lichterfrohen Küste der Reuss. Anderntags gehts dann richtig los mit dem LiLu. Ich hab vergessen ein Bildchen zu machen…

Macht nichts. Bilder werden überbewertet…

Überglücklich über einen weiteren super schönen Abend mit meiner Anja trete ich den Heimweg an.

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Date mit meiner Anja

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