Mein Therapeut leistet heute erneut sehr gute Arbeit, respektive mein Therapeut bin ja eigentlich ich selber. Zu diesem Punkt später mehr…
Wir möchten unser Vorhaben, kein Lokal  zwei Mal zu besuchen, umsetzen und ich reserviere für zwei Personen einen Tisch im Aqua.
Ich schlage Anja vor, dass wir uns um 18:28 am Ankunftsperron meines Zuges treffen und uns dann gemeinsam ins Aqua verschieben.
Sie antwortet mir: “Dasch chli spoot, mer hend doch of di 18:30 reserviert.”
Also frage ich nach: “Demfau eher en Zoog früecher? 17:58 Lozäärn aa?”
Anja: “Thumb Up!”

Dann folgt, was folgen muss:
Der Zug von Anja hat Verspätung und ich stelle einmal mehr fest, dass ich mit unforeseen consequences nicht umgehen kann. Da Anja nicht erscheint, habe ich vergessen, was wir abgemacht haben und nehme an, dass sie mir geraten hat, doch in der Beiz auf sie zu warten.
Ich versuche also das Aqua zu finden und begebe mich auf einen Irrweg MME-Style. KKL schiesst es mir durch den Kopf. Jetzt findest Du die Lokation mal ohne Cell!
Ich irre also irgendwo beim KKL herum, denn der Inseliquai muss irgendwo dort sein. Dann endlich nach einem gefühlten Tagesmarsch, sehe ich das Aqua vor mir. Schön sieht es aus, dieses Aqua. Schön, schön, schön!

Übrigens werde ich nie mehr versuchen, ohne Cell und Maps irgendwo hinzugehen! Katastrophe!
Jedenfalls ruft mich dann Anja an und frägt: “Wo besch Du?!?”
Ich teile ihr mit: “Ech be bereits im Lokal!”
Sie verzeiht mir und knuddelt mich durchs Telefon und meint nur knapp: “Hani scho dänkt  😉 ! Beni mi langsam gwöhnt  😛 ”

Wir setzen uns hin und führen, wie zu Beginn erwähnt, ein Theraphiegespräch. Nach einigen Sätzen stelle ich fest, dass Anja erneut eigentlich gar nichts tut. Sie hört mir zu und fragt ab und zu:
“Wie fühlt sech das be Der aa?” oder “Was seid Der Diis Buuchgfühl?”
Eigentlich stelle ich fest, dass Therapeuten im Allgemeinen nichts anderes machen, als ihren Patienten Wege aufzuzeigen, SICH SELBER zu helfen. Wenn ich darüber nachdenke, stelle ich fest: “Das macht Senn!” und macht eigentlich jeden Therapeuten obsolet. Die haben sich einen Job ausgesucht, den sie verlieren, wenn sie ihn korrekt ausführen. Zum Glück gibt es noch inkompetentere Quacksalber als meine Anja. Denn so werden doch noch einige Jahre, einige Menschen eine Arbeit haben…

Während den 3 Stunden Theraphie führen wir sehr gute Gespräche über meine Frauengeschichten, über meine Gesundheit, über Anjas Männergeschichten, über meine Arbeit, über Anjas Arbeit, übers Glücklichsein und was es dazu braucht. Desweiteren rekapitulieren wir die Resultate sonstiger therapeutischer Massnahmen, welche wir in einer früheren Sitzung beschlossen haben anzuwenden.

Dann wird das Essen aufgetischt und wir geniessen ein exquisites Mahl:

Spiegelanja und MME

Spiegelanja und MME

Ich teile Anja mit, dass ich gerne ein Selfie mit uns beiden hätte. Da meint Anja: “Mech gseht mer i de Schiibe hender Der.”

Ich nehme das zur Kenntnis und werde dann zuhause beim Betrachten des Photos eines Besseren belehrt: ‘Yuu driiiiiiiiiiiim, Miss Meier! Driiiiimer!!!
Das ist also nicht Selfiewürdig, so eine beinahe nicht erkennbare Anja!
Macht nichts.
Liebe Anja: Vielen Dank für die Zeit, die wir gemeinsam verbringen durften. Ich kann kaum warten, bis es erneut im Kalender heisst: “Date mit Anja”

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Date mit meinem Psychotherapheuten

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