Gemeinsam mit Pater Alberich, meinem Papa, SchmuBroh und Mariuschla besuche ich ein Konzert im KKL.
Der Moskauer Kathedralchor, unter der Leitung von Nikolay Azarov, nimmt uns auf eine Reise in die faszinierende Welt russischer Klänge mit.
Der Name des Konzertes ist selbsterklärend. Die Missa Mystica ist gespickt von geheimnisvollen Klängen.
Von den wirklich tiefen, immer ein bisschen sonor klingenden Basstönen, über fulminante Sforzzatissimi hin zu kaum hörbaren, in beinahe absoluter Stille nur durch wirkliches Ohrenspitzen wahrzunehmenden Klängen des russisch-orthodoxen Kathedralchors, werden unsere Hörvorrichtungen bis zum Schluss auf die Probe gestellt.
Als der Chor zu Beginn das “Vater Unser” anstimmt, suche ich nach weiblichen Sängerinnen:

Männerchor des Moskauer Kathedralchors

Männerchor des Moskauer Kathedralchors

Scheint ein Männerchor zu sein.
Ein wahrer Ohrenschmaus bietet sich uns und ich staune darüber, wie die Sänger die Melodien perfekt interpretieren.
Wir dürfen im ersten Teil zu jedem der grossen christlichen Themengebiete (Weihnachten, Fastenzeit, Karwoche und schlussendlich das grösste Fest: Ostern) abwechslungsreiche Facetten des Gesangs lauschen.

Nach der Pause, dem Konsum eines Hahnenwassers und dem darauffolgenden relativ zügigen Toilettenbesuches, mich mit wieder ein bisschen erleichtert fühlendem Magen erneut auf die Gesänge des Männerchors freuend…
Halt da laufen ja noch Frauen ein…
Ein riesiger gemischter Chor läuft auf:

gemischter Moskauer Kathedralchor

gemischter Moskauer Kathedralchor

Die Darbietung geht weiter mit Totengesängen und mit Kreuzverehrsgesängen.
Zum Abschluss folgt ein weiteres “Vater Unser”.
Standing Ovation.
Absolut berechtigt.
Zugabe 1.
Erneut Standing Ovation.
Erneut absolut berechtigt.
Zugabe 2.
Diese endet mit einer erneuten Präsentation des gesamten Tonspektrums des Chors. Absolut phantastisch!
Erneut Standing Ovation und Verteilung der Blumensträusse auf der Bühne.

Nach dem Konzert gehts auf den Bahnhof und in den Zug nach Eschenbach.
Der Zug fährt ab und ich teile Schmuusibroh mit:
“Etz hemmer e neue Zoog ond die Helde hend nüüt gschiiders ztue aus so ne enervierendi, i de Oohre wehmachendi Grüschkulisse abzspele, noch jedem Mou wo d’Tüüre ufgooht.”
PIEEEEPP, PIEEEEPP, PIEEEEPP!

Hört es euch selbst an…

Schmuusibroh hat mir empfohlen, die wunderbaren Töne aufzuzeichnen:

Und die Türen sind zu und weiter gehts. Bis zur nächsten Haltestelle:

In Eschenbach meint Hansi zu mir völlig aus dem Zusammenhang gerissen:
“De Harry Potter esch au us em Zoog usgstiege”
Ich verstehe nicht. Dann klärt mich seine Märie auf: “Är meint wäge Dinere neue Brülle. Muesch en ned so ärnscht näh”
Amüsiert über diesen Vergleich und in höchster Eile um das stille Örtchen noch rechtzeitig zu erreichen gehts nach Hause ins traute Heim…

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Konzert im KKL – Missa Mystica

3 Gedanken zu „Konzert im KKL – Missa Mystica

  • Dienstag, 2019-03-19 um
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    wieder einmal mehr ein köstlicher Artikel, die Mutation des Männerchors zum gemischeten Chor war für uns Kirchenchörler natürlich sehr erfreuend.

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  • Dienstag, 2019-03-19 um
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    Ave Bruderherz…warum hat eigentlich die Gemeinschaft noch nie ihren Auftritt gehabt im KKL ? :-). Is n Witz, glaube nett, dass wir so gut wären, wie die Russen :-). God bless, PAX+ Br. Andreas

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  • Mittwoch, 2019-03-20 um
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    Hoi Paa ond Bruder Bruder

    @Paa: Danke, wie immer…
    @Bruder Bruder: salutavit fratrem! Gute Frage… Werde das allenfalls mal platzieren bei der Frau Gisi 😉

    Schöne Zeit zusammen
    Pacem
    Mac

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