Bereits neigt sich das Jahr 2019 dem Ende zu. Ende Jahr bedeutet Weihnachtsstimmung und viel essen… Ned emmer so vöu Frässsssse! Jo, joooo Wauti, pssssst! Wiso lääääärmsch?

Für mich ist es bis zur letzten Minute vor dem Losmarschieren ein Geheimnis, wohin die Reise heute geht. Hugo teilt mir mit, ich solle mit ihm mitkommen. Wir faulen Ai’s nehmen den Bus zum Bahnhof und stiegen dort in den 10er Richtung Obergütsch. Ein Kilometer Fussmarsch und wir nehmen den Bus?!?

Scheint noch eine strenge Angelegenheit zu werden heute…

Wir dürfen an einer spannend gestalteten Führung durch die Katakomben der Zivilschutzanlage Sonnenberg in Luzern teilnehmen. Die Baukosten für die einst grösste Zivilschutzanlage der Welt beliefen sich auf stolze 38.6 Millionen Franken. Der Eingang zur Kaverne befindet sich auf der Grünfläche des Kinderspielplatzes Sälihalde.

Gut zwei Wochen im Voraus hätte der Zivilschutz die Liegebetten- und Toilettenanlagen und die Aufenthaltsräume mit 465 Tonnen Material bestücken müssen, um eine einzige Woche überleben zu können. Anschliessend wäre das Wichtigste Überlebensgut rar geworden… Das Wasser. Prompt kommt mir unser Lateinprofessor aus dem Chor in den Sinn. Homo Homini Lupus Est (an Frido: ich weiss, eigentlich kommt kein est, weil es irgendwie Ablativ ist oder so, wenn ich es ohne “est” schreibe kommen dann zu viele Rückfragen, der Nichtlateiner unter uns, dass da was falsch ist. Mer send haut ne alles Latiiner). Dann werden die Menschen den Menschen Wölfe. Muss ich glaub nicht weiter erläutern, odr, odr, odr?

Bei der Übung “Ameise” zeigte sich, dass nebst dem Wasserproblem auch noch mehrere weitere Probleme auftauchten und die Anlage im Ernstfall nicht hätte gebraucht werden können…  

Das eigentliche Kernstück der Anlage liegt in der Lüftungszentrale-Mitte. Eine ausgeklügelte Technik soll hier unter der Erde das Überleben eines Atomkrieges ermöglichen:
Drei Dieselgeneratoren zu je 1725 PS , eine Gasfilteranlage mit 110 Filtern für 8 m3/h Frischluft und Person, eine raffinierte Frischwasserzufuhr, welche je nach Situation verschiedene Fassungen aktiviert hätte und sogar ein Bombentrichter ist vorhanden.

Übrigens ist auch für die Verbrecher in der Krisenzeit gesorgt:

im Gefängnis

im Gefängnis

Zum Glück ist dieses Szenario nie eingetroffen, denn wie oben bereits erwähnt, hätte wahrscheinlich bereits nach einer Woche die Anarchie regiert und der Schwächere wäre vom Stärkeren gerichtet worden…

Wir haben glücklicherweise bald 2020 und die Menschen sind weiser geworden?!?!?

Etz spennts em komplett…

Diese DIskussion gehört definitiv nicht hierher.

Während unserer Besichtigung geht unter uns das Leben übrigens weiter:

Von diesem Lärm hört man im Bunker absolut nichts. Ist auf eine gewisse Art und Weise noch beängstigend…

Anschliessend an diese spannende Exkursion begeben wir uns in den Militärgarten, um an einem leckeren, quasi Pizzabuffet teilzunehmen.

Zu Beginn setze ich mich mit Hugo an einen Tisch für vier. Also quasi vierfache Masse für zwei Schwerstarbeiter… So bekommen wir sicher genug zu essen, denken wir uns…

Dann erbarmt sich das PM unser und wir dürfen uns an den Tisch der Spezialisten unserer Produkte setzen. 

Wir ordern verschiedene Pizzen, achteln diese jeweils und gönnen uns so eine Pizza Otto Statione.

So macht Pizzaessen Spass. Ich greife höflich wie ich bin mit meinen Händen direkt ein Slice und beisse genüsslich rein. 

Rundum nutzen alle, mit einer Ausnahme, Messer und Gabel. Die Ausnahme heisst Melanie. Kaum sieht sie meine Essmethode, schneidet sie sich ein Slice ab und beisst auch genüsslich rein.

Ich staune Bauklötze als ich sehe, welche Unmengen diese zierlich gebaute, schlanke Dame in sich reindrückt… Melanie besitzt übrigens noch eine weitere sehr angenehme Eigenschaft… 

Plötzlich flucht sie lauthals und ich bin baff… Eine Flucherin! Endlich! Teillegitimes Fluchen…  

Nach dem Sattessen und Fluchen begebe ich mich nach draussen und begleite Arzu zum Passivrauchen. Ich liebe ASPS (American Spirit Passive Smoking).

Wir blödeln in bekannter Manier noch ein wenig rum und plötzlich überfällt mich eine Müdigkeit, wie es sieben Murmeltiere nicht fertig bringen und ich sehne mich nach den gemütlichen Liegeplätze im LuSchuBu:

Betten im LuSchuBu

Betten im LuSchuBu

Bessere und gemütlichere Idee: langsam den Heimweg antreten und in eine überbreite, gemütliche Heia fallen lassen…

Bis bald

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Schutzbunker und Pizzamampfen

Ein Kommentar zu „Schutzbunker und Pizzamampfen

  • Mittwoch, 2019-12-04 um
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    herrlich und pointiert geschrieben, gratuliere

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