Oberwald ist definitiv das Paradies auf Erden. Einmal mehr begebe ich mich nach der Arbeit in unseren eigenen, ruhigen, sonnigen Garten Eden. Die Sonne scheint zwar bei meiner Ankunft in Oberwald nicht mehr, dafür umso mehr am nächsten Tag… Nach dem Check-In geniessen wir ein leichtes Abendessen und legen uns dann schlafen.

Am Samstag morgen wache ich zeitig auf und begebe mich gemeinsam mit meiner Gotte Anneli, Papa und Mama auf einen Marsch Richtung Ulrichen Flugplatz, um den Langläufern ein wenig Mut zuzurufen. Ich fühle mich fast ein bisschen wie an einem Match meines SCB. Da sich die Spieler des SCB dieses Wochende eine wohlverdiente Ruhepause gönnen, muss ich halt die Langläufer anfeuern:

 

Irgendjemanden muss ich einfach “anfanen” an einem Wochenende, sonst fehlt irgendwie was… Allenfalls hat unser Dirigent damit dann irgendwann ein Problem, wenn ich jede Woche heiser in die Chorprobe komme. Solange er mir kein Verbot ausspricht, werde ich so weiterfahren und an weiteren Sportanlässen “meine” Sportler anfeuern.
Gegen Abend erscheinen dann noch z’Vreeeni und der Chlöis zum Braten braten am Abend.
Mjammmiiiiii…
Wir dorfen stundenlang und haben es lustig miteinander. Z’Chalb machen macht müde und ich verabschiede mich von den anderen und begebe mich in mein Zimmer.
Was entdecke ich da?
Korrekt. Einen voll herzigen Vorhang mit Baumaschinen und Verkehrsschildern drauf. Ihr seid einfach die Besten und ich liebe euch meine Pachus:

Vorhang Pachus

Am nächsten Morgen wache ich, obwohl ich frei hab, relativ früh auf. Am Morgentisch die Stimme ein wenig einölen und anschliessend wieder ordentlich die Langläufer “Bebrüllen”. Diesmal zuerst vom Zimmerfenster und Balkon vom Haus meiner Tante aus, um dann festzustellen, dass ich ihre Namen von dort aus gar nicht lesen kann.

Also schnell wieder runter auf die Strasse und die Skiläufer wieder wie gestern lauthals anfeuern:

Nach dem erneuten Spektakel fahren wir nach Fiesch zu unserem lieben Onkel Urs und machen eine fünfminütigen Wanderung in das nebenangelegene Lokal, um uns ein, zwei Mini zu gönnen. 

Wir lassen alte, wilde Zeiten revue passieren, beispielsweise wie Urs uns damals bereits erste Autofahrstunden gegeben hat und weitere Sachen, welche hier besser nicht genannt werden. Super Auffrischung von Tempi Pasati.

Abends kehren wir dann in die örtliche Pizzeria ein und ich muss bestürzt feststellen, dass meine Eltern und mein Gotti Anneli unflexibel geworden sind bis zum Gehtnichtmehr. 

Ich gebe in die Runde, dass wir die Pizzen, ob gross oder klein, doch direkt geachtelt uns anliefern lassen könnten und dann kann jeder von jeder zwei Slices nehmen und dann sind alle glücklich, weil alle von allen Pizzen etwas gekostet haben.

Geht nicht, meint die Lehrerin und die Krankenschwester im Chor. Ich erhalte sicherlich Support vom Bouschischinöör. Hilfesuchend den Kopf zu ihm gedreht, um just feststellen zu müssen, dass da wahrscheinlich auch nichts zu machen ist. Er meint nur: “Tuen etz mou es Stock vo Dinere gniesse ond de luegemer vorwäg, nochwaas de Gloscht gad schreit” 

Also gut. Dann Achteln wir die Pizzen halt nicht und machen nichts Aussergewöhnliches. Bleiben wir beim Altbekannten und entdecken nichts Neues. Schinoorning. Möched ier noor.

Am nächsten Tag heisst es dann für mich, wie bereits von Toni festgestellt: “Der cha das schooo, das brenge mier schooo fertig, waste?” ab auf die Langlaufskier:

Okee, vielleicht nicht gerade der geduldigste Papa der Welt. Davon kann wahrscheinlich auch meine Schwester eine Operette vorsingen. Halt zu kurz! Eine Oper meine ich…

Zum Schluss unseres verlängerten Wochenendes begeben wir uns zu meiner Gotte und wir spielen ein witziges, unterhaltsames Spiel: Hornoxen. Daraus die Verben konjugieren:

Ich hornoxe
Du hornoxst
er/sie/es hornoxt
wir hornoxen
ihr hornoxt
sie hornoxen

Und ein weiteres Mal hintersinnen sich meine Deutschlehrer aus allen Lehrstufen und fragen sich womöglich, was genau sie falsch gemacht haben damals.

 

erste Langlauferfahrung

3 Kommentare zu „erste Langlauferfahrung

  • Dienstag, 2020-02-25 um  Uhr
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    Super, lieber Markus! Wie vieles kleine und grosse Ueberraschungen du in kürzester Zeit erlebst – das kann nicht jeder,
    Gute Wünsche Tanni

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  • Dienstag, 2020-02-25 um  Uhr
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    Zumindest haben dir deine Deutsch- und anderen Lehrer die Lebenslust und den Humor nicht abgewöhnen können und das ist doch viel wert.
    Es ist immer wieder so amüsant, deinen Blog zu lesen. Bei den Bildern vom verschneiten Oberwald kommen ganz schöne Erinnerungen hoch.

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    • Dienstag, 2020-02-25 um  Uhr
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      Lieber Otti
      Du musst zugeben, dass wir (und besonders ich) nicht immer alles genau so gemacht haben, wie Du es von uns erwünscht hättest, stimmts? 😉
      Schon länger habe ich festgestellt, dass Oberwald ein schöner, wenn nicht gar der schönste Platz auf Erden ist…
      Liebe Grüsse
      Markus

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