Wir besuchen das Kleintheater in Luzern, wo mein ehemaliger, von mir leider 😳 vergessen gegangener Brieffreund Michael Elsener sein Programm “Gute Entscheidung” präsentiert… Mea culpa! Ich habe ihm wissentlich und vorsätzlich vor mehr als einem Vierteljahrhundert NICHT mehr geschrieben.
Dank ProCap kommen wir in den Genuss von vergünstigten Tickets. Als wir vor dem Kleintheater ankommen begrüssen wir die anderen Vorstellungsbesucher mit Handicap. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich.
Plötzlich heisst es, Michael Elsener macht mit uns eine Bühnenbegehung. Jetzt werde ich langsam sehr nervös. Aso sehrsehr!
Denn nach dem Betreten des kleinen Kleintheathers und Michael relativ zackig entdecken, begrüsst er uns mit seinem Namen, was uns allen sehr sympathisch rüberkommt. Er erzählt uns von seinem Programm und teilt uns ein weiteres Mal mit, dass er es als Privileg erachtet, in der Schweiz wohnen zu dürfen und direkt an der Politik teilnehmen zu können. Am Schluss stellt er die Frage, ob wir noch etwas weiteres wissen möchten.
Ich hebe scheu meinen Zeigefinger in die Höhe und wie in der Schule wendet sich Michael mir zu und sagt: “Joo, bitte?”
Ich stelle ihm direkt die Frage die mir schon längst auf der Zunge brennt:
“Hesch Du mou vor zwöi Joohrzäähnte en Brieffrönd ghaa, wo sech plötzlich nömme gmäudet hed?”
Er antwortet mir: “Wie heissisch de Du zom Nochname?”
Und ich noch scheuer und etwas unsicher: “Meieeeeeeeeer?!?”
Dann er: “Wo besch de Du damals deheime gsii?”
Ich antworte ihm etwas mutiger: “Z’Eschebach”
Dann er direkt:
“Ahhh, jo genau! Das besch Du gsii. Rechtig. Ech mag mech erinnere!”
Die Restbesucher amüsieren sich irgendwie auch recht darüber und sind bereit, jetzt die Vorstellung zu besuchen.
Wir nehmen unsere Plätze ein und ich sage zu Moni: “Joo, mer trefft ned jedes Zwöitmärzwucheändi of e Brieffrönd, wo mer vor 26 Joohr s’letschte Mou…”
Dann fällt Moni mir abrupt ins Wort: “Suechsch wedermou en Uusreed Kusi… Nemms doch eifach aa ond ENTSCHEID Dech…”
Gutes Stichwort. Und eine gute Überleitung zur eigentlichen Vorstellung.
Michael parodiert bekannte, vor allem Politiker (Christoph) sowie auch weitere Führungspersönlichkeiten (Kim Jon Ill ähhh Un, Danald Duck und viele mehr).
Er schafft es diese Personen so nachzustellen, dass ich mich gerade wie zu Hause in meinem Stressless-Sessel vor dem Fernseher fühle während des Tagesschauüberspulens.
Wir durchlaufen nochmals die politischen Themen der vergangenen Jahrzehnte.
Am Schluss bitte ich Michael meine Untat, ihm nicht mehr geschrieben zu haben zu vergeben und er tut dies mittels einem Versöhnungsphoto:

Vielen Dank lieber Michael für das Wiedersehen. Ich werde vermutlich trotz Deines Versuches, das Interesse der Zuschauer an politischen Themen zu erhöhen, mich nicht wirklich öfter als nötig mit Politik beschäftigen.