Ich schlafe am Morgen ausnahmsweise aus. Selbstverständlich hat das Hugo, nach intensiver Präevaluation und Erstellung mehrerer ausführlicher Pro-/Contraanalysen mit Flussdiagrammen und Wenn-Dann-Sonst-Matrizen vorapprobiert. Jedenfalls begebe ich mich am Nachmittag ins Geschäft und erledige alle Freitagsarbeiten. Immerfort denke ich mir: ‘Irgend etwas stimmt nicht. Etwas ist anders!’
Irgendwie habe ich es gespürt… Als ich an der Eingangstüre vorbeimarschiere sehe ich… Jaa, wen wohl? Richtig! Meinen abgespaceten Buddy Roberto! Ich debattiere ein wenig mit ihm und relativ rasch eskaliert es. Den Grund für die Eskalation (EssEsskaliert ;-)) nenne ich hier jetzt bewusst nicht… Jedenfalls sagt mir Roberto nach kurzer Zeit bereits ein bisschen enervierter: “Hey, FRESSSI, soscht rüer Di doo ine!” und zeigt mit seiner Hand auf die Mülltonne.
Ich denke mir: ‘Aaaah jetzt ja, Dir werde ich es zeigen. Ich möchte sehen, wie Du einen IV-Bezüger in den Müll wirfst. Das traut der nie!!’
“Ech glaube es esch jetzt pesser, wenn Duuuu…” Weiter komme ich nicht.
Roberto packt mich, legt mich über seine Schulter und ich bin total perplex. Mir wird ganz gschmuuch im Bauch und ich schreie, wie ein kleines Mädchen: “Roberto! Roberto! Looh mech abe!”.
Die Antwort kommt Postwendend: Er lässt mich runter! Er stellt mich in die (zum Glück noch leere) Mülltonne und geht weg. “Du spinnst!!”, rufe ich ihm nach und überlege mir bereits, wie ich aus dieser im wahrsten Sinne des Wortes “mülligen” Situation wieder heil herausfinde.
Da erhört Gott mein lautes Stossgebet und sendet Roberto eine Eingebung oder was weiss ich. Jedenfalls kehrt er um und packt mich süüferli mit viel Schwung und hebt mich wieder aus der verzwickten Situation.
Puhhhh. Nach dem sich mein Herz aus der temporären Stelle in meinen Unterhosen, wohin es gerutscht ist, wieder an seine Ursprungsposition im Brustkorb gesetzt hat, sagt mein Herz zu mir: ‘Meier! Hoffentli esch Der das jetz e Leehr gsi! En wiiteri Eskarpade i dem Stil hauti ned uus!!’
‘Zu viel Bla, bla’ sage ich zu meinem Herz und begebe mich wieder zurück zur Arbeit…

SeMärie-SeÄnnSeSe (Yeeeeeeessssss?) lädt die Kegelgruppe: “EINER bleibt immer stehen” zu Speis und Trank bei sich zu Hause ein. SeTaniSePätschrtSeSe, SeHatschSeSe, SeSeMääääcSe und der Spezialgast SeSePetiSe (Namen sind möglicherweise nicht exakt wiedergegeben) geniessen eine formidable, autentische, niederländische Pasta und Mozzarellasalat (hmmm, da wird jeder Italiener neidisch) mit einer exzellenten, massenhaft proteinhaltigen Sauce zum Dessert.

Abendessen bei Marie-Änn

Abendessen bei Marie-Änn

Ich betrachte den Zapfen auf der Weinflasche und pruste laut heraus, als mir SeTani so nebenbei mitteilt: “So einen Stöpsel hättest Du auch gerne, ne!” Ich verstehe nicht ganz und dann fällt der Groschn:

Zapfen unbenutzt

Zapfen unbenutzt

Zapfen benutzt

Zapfen benutzt

 

Märie-Ann verwöhnt uns wie die Könige und wir können absolut gestärkt zum Kegeln fahren.
Bei der Kegellokation angekommen verschaffen wir uns mal einen ersten Überblick und stellen befriedigt (Kmpffffffftäääääääää… Sone Peino!!!) fest, dass wir genau zur richtigen Zeit eingetroffen sind. Wir schnappen uns unser Kegelmaterial, gehen zu unserer Bahn und SePätschrt instruiert mich, wie ich den Ball korrekt nach vorne schmeissen muss. Er ist bedingt zufrieden mit mir. Er sagt mir: “Lueg jetzt emou mehr zue!” Dani schmettert seine Kugeln (Pnfffffff Peino) mit einer eleganten, geschmeidigen Bewegung nach vorne und die Kugel prallt mit voller Wucht in die Zielpyramide hinein. Sofort höre und sehe ich den Urkegler der “Schurter Uniteds” Kopfschüttelnd in seinen imaginären Bart murmeln: “Dasch ned Chegle! Hmpf, mampf, chnpüüüüüüüüüüüüfffffffff, mapffff! Dasch neeed Chegle!! Dasch Bowle, grmpf, dasch Bowle!” Relativ schnell begreift er dann aber, dass es vermutlich keinen Sinn hat Dani zu belehren. Wenn Dani auf einer Kegelbahn Bowling spielen will, dann spielt Dani Bowling! Kegelbahn (dasch Bowling, mer tüend do Cheggle, ned Bowle!) hin oder her…

SePää, Arzu, Marie-Änn, MME

SePää, Arzu, Marie-Änn, MME

Wir amüsieren uns noch einige Stunden, blödeln und brüllen rum wie bekloppt. Märie-Änn (Yeeeeeesssssss?) ruft ihren Mann an und dieser kommt uns gütigerweise bei der Bowlingbahn (dasch ned e Bowlingbahn… Dasch e Cheggelclub doo…) abholen und bringt uns wohlauf an den Bahnhof.

War super spassig und ich freue mich aufs nächste Jahr, wenn wir NICHT-Kegeln gehen…

Chegle

3 Gedanken zu „Chegle

  • Samstag, 2016-11-26 um
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    Spassiger Beitrag, wie immer, bravo. Meine Frage heute morgen lautete: Hast Du die Kegelbahn (oder halt Bowlingbahn) zertrümmert oder nicht. Ein diesbezüglicher Hinweis fehlt in Deinem Bericht !! Oder hat Dir der Kegelbahn/Bowlingbahnbesitzer verboten, noch eine zweite Kugel nach vorne zu werfen nachdem die erste mindestens drei Mal einen Meter ab der Holzbahn gesprungen ist.

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    • Sonntag, 2016-11-27 um
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      Ciao Paa

      Du weisst schon: “Das esch ned Chegle, hnüüüüpffff, das esch eifach ned Chegle, hnpfffüü. Dasch Bowle. Dasch Bowle.”

      Nun zu Deiner Frage…

      Ich hab die Bahn diesmal nicht zerstört. Mir ist es (bis zum allerletzen Wurf) perfekt ergangen. Ich hatte meine Erwartungslatte (Knpfffffräääääääääännggggggööö är hed LATTE gseid) viel tiefer angesetzt.

      Ich hab ja glaube ich bereits erwähnt, wer die Bahn grobfahrlässig zerstört hat.
      SePätschert, ich nenne Deinen Namen jetzt mal nur in verschlüsselter Form, gell 🙂

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  • Dienstag, 2016-12-06 um
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    Palüüü Mek

    Was mich noch heute mit Stolz erfüllt: Erst beim allerletzten Versuch (also 24 von 24) hast du einen Nuller gemacht… die zweite Runde mit einem Schnitt über 4… sowas gab es noch nie!

    Leider konnte ich dieses Jahr beim kegeln nicht teilnehmen, weil ich an diesem Abend bowlen war. Komme nächste Jahr aber wieder kegeln, beim bowlen gibt es notorische Nörgler, wie man sie verbieten sollte. Ständig habe ich etwas falsch gemacht! Sowas gibt es beim kegeln nicht… 😉
    Immerhin bei der Stilnote konnte ich überzeugen, von der Geschmeidigkeit der Bewegungen war ich nur knapp hinter dir!

    An dieser Stelle noch herzlichen Dank an Marian für das leckere Nachtessen und das Glas Wein. Ein Zauberglas, wurde einfach nie leer 😉

    Ralüüü

    Se

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