Nach einer wahrhaftig enervierenden AVOR, da die Organisation der Tickets relativ komplex war, starte ich meine Reise zuhause in Ballwil und ich nehme den Zug nach Hitzkirch, wo ich auf Michi den Wine-and-dine-Vorleser treffe. Wine-and-dine? Seit wann wird Wein aus Hopfen und Malz gebraut? Michi ist halt weltoffen. Er kann an einem Wein und Abendessenkrimivorleseanlass, wie auch an einer Bierwanderung teilnehmen. Voll flexibel. Schön ist es mit Michi auch mal so richtig einen durchzugeben. Die volle Bierdröhnung. Wir werden sehen…
Von Hitzkirch geht es, nachdem ich dort auf Michi treffe, mit dem Bus in einem knappen halben Paa nach Hämikon Haltestelle “Berg”.
Nach einer ersten Stärkung mit einem kühlen Bierchen und einer doch recht scharfen Wurst vor Ort führt uns der Pfad über die Hochebene des Seetals:

Wir wandern weiter und erleben etwas ganz kurioses. Da spriesst doch das edle Malzgetränk direkt aus dem Boden. Eine wahrhaftige Bierquelle:

Wir ziehen weiter ohne Angst vor einer allfälligen Kontrolle von Polizisten, da wir es den eingeborenen Seetalern gleichmachen und den Weg über den “Chestepass” nehmen. Das hat die damalige Bevölkerung gemacht, um den Ordnungshütern auszuweichen und angeheitert oder gar betrunken doch noch den Heimweg zu finden. Cheste, weil sie eins an der Cheschte gehabt haben. Wir haben glaubs auch bereits einen doben, denn auch wir verirren uns auf dem Pfad. Mehrmals müssen wir die Eingeborenen nach dem richten Weg fragen…
Wir gelangen dann doch noch in eine Besenbeiz und dürfen ein Chäller Bier geniessen:

Wir ziehen weiter mit den neuen “Freundschaften” die wir geschlossen haben und nehmen zusammen mit diesen eine Abschlussmahlzeit ein. Begleitet von eher enervierenden Nebengeräuschen und -gebrüllen von Gleichesinnten. Diese sind wohl doch aus einem ganz anderen Grund an diese Wanderung gegangen. So viel trinken wie möglich und am Schluss allen anderen ein bisschen auf den Kecks gehen. Wir geniessen die legendären Straussenburger ohne uns von den Blöckereien der anderen unser Erlebnis trüben zu lassen. Wir verzichten sogar auf ein weiteres Bierchen, welches Michi jedoch mit nach Hause nimmt.
Nach gut 7 statt der angegeben 4 Stunden endet dieser Wandertrip mit weissen Socken, Rüeblihosen, einem unvergesslichen Geschmackserlebnis von festen wie auch flüssigen Leckereien in der Schlussbeiz in Müswangen.
Müde und glücklich trennen sich unsere Wege nach einem wunderbaren, wolkenlosen Tag mit guten Gesprächen und malzigen Hopfennoten in entgegengesetzte Richtungen. Michi fährt Richtung Lenzburg und ich gen Luzern.
Vielen herzlichen Dank für diesen unvergesslichen Tag lieber Michi. Bis morgen 😜
Lieber Kusi, du hast unseren Ausflug sehr treffend beschrieben! Es war mir eine grosse Freude, mit dir “bierwandlerisch” unterwegs zu sein.
wahrlich ein erlebnisreicher Tag, zwischen Eingeborenen, fehlenden Ordnungshütern und brüllenden Biersäufer. Sehr witziig und unterhaltsam geschrieben, wie immer. Sicher triffst Du Michi bald wieder an einem Abendessenkrimivorleseanlass.
Abendessenkrimivorleseanlass. Lieber Röby, diese Wortschöpfung könnte doch von deinem Sohn Markus stammen. Wie auch immer, mir gefällt sie.