Ein Hoch auf die Italiener. Diesmal besteigen wir den Traino di Italya in Luzern und der fährt sogar ab. Wörklech? Joooooo. Bei uns bei der Türe hängt zwar irgend so ein Metall raus… Das interessiert die mehr, als sich um einen Rollstuhlfahrer zu kümmern. Das betrübt das Mittelmeer zu wenig, als dass wir uns darüber mehr als zweieinhalb Minuten aufregen würden.
Die Temperatur im Zug lässt bei uns gute Mittelmeerstimmung aufkommen. Vell zwaarm, Tschenggezoog, emmer vell z’heiss! Jojoooooo, Paa 🤭. Für uns stimmts. In Basel wechseln wir in die Deutsche Bahn und es verläuft super. Wir geniessen die eine oder andere Fressalie im beinahe leeren Zug.
Kurz noch etwas in meine neue Lektüre: “Wie ein einziger Tag” von Nicolas Sparks eintauchen und schon kommen wir mit der Bahn an, machen zügig das Check-in und finden unser Hotel MEININGER nach 30 Minuten marschieren.
Auch wegen der cooli Musig in der Lobby vom Flughafenhotel MEININGER lohnt sich das Übernachten vor dem Abflug in Frankfurt. Voll groovy, chilly Sounds…

Wir schlafen beide etwa vier Stunden und begeben uns wieder auf den in der Nähe liegenden Flughafen. Morgens um 04:00 Uhr! Es ist kühl, respektive gemäss Moni: KALT! Sooo KAAALLLT!!
Dann fliegen wir einen ruhigen Flug nach Barca. Wir schlafen…
Der Transfer aufs Schiff verläuft, hmnjaa, wie soll ich sagen? Nur bedingt nach Schema F. Eine andere Rollstuhlfahrerin, die eigentlich sehr wohl hätte laufen können, da wir mit ihr im Flugzeug sassen und sie dieses gehend verlassen hatte, schnappte uns unser reserviertes Taxi weg.
Wir wenden uns an die Aida Leute und diese teilen uns mit:
“Ouu Scheisse! Wir haben die andere Dame im Rollstuhl für Sie gehalten.”
Dann heisst es warten auf das Ersatztaxi. 

Dieses fährt uns dann doch noch auf den Hafen und wir gelangen noch rechtzeitig aufs Schiff:

Unser Schiffchen in ganzer Grösse
Unser Schiffchen in ganzer Grösse

Wir machen auf dem “Böötchen” ein erstes Zwischenschläfchen. Warum? Weil wir es brauchen. Das Shittinghaus in unserem Zimmer funktioniert nicht richtig. Die Spülung konnte überhaupt nicht betätigt werden. Zum Glück haben wir noch keine Kakteen gepflanzt. Ein kurzes Telefonat mit der Rezeption und die Spülung ist halbwegs wieder funktionsfähig. Jedes dritte Mal auf den Knopf drücken und sie saugt ab. Besser als gar nicht!
Danach gehts ans Essen. In der Bordkombüse merke ich nichts von den wässrigen Gegebenheiten und ich fühle mich wohl.
Am Abend probiere ich den Handgelenksakkupunkturbändel aus, das Schiff legt ab und… 

… ich wache auf wie Neugeboren. Ob es am HGAPB liegt oder nicht, weiss ich nicht. Ich will es auch gar nicht wissen oder ausprobieren.

Ich staune nicht schlecht ob der ganzen Wucht unseres Schiffes. Jetzt auf Majorca. Hey we’re goin to Mallorca, olé. Gestern in Barça und heute in Maijorja. Sensationell. Brutaal, dieses Schiff!
Auch brutal ist der Weg bis in die Stadt. Meine Stadt, nicht Blumentopf und so.
In einem grösseren Einkaufsladen besorgen wir uns Getränke und eine Schweinshaxe. Da es sich um variable Preise handelt, lassen wir die Keulen dann doch lieber im Laden hängen:

Schweinskeulen, HARRRR
Schweinskeulen, HARRRR

Nach der Schweinekeulensession gehts dann wieder zurück an Bord.

Wir begeben uns ins Deutsche Restaurant, wo Moni ein SchniPo nimmt und ich wie ein kleines Kind die Fischstäbchen mit Kartoffelsalat. Eine Kinderportion für alle Kinder und die grösseren Kindsköpfe auf dem Boot…
Gleichberechtigung.
Wir lassen den Abend mit einem edlen italian Dinner ausklingen.
Noch unter die Dusche gehupft und ins Bett gesprungen. Also wie gehupft, so gesprungen oder so. Da kommt mir doch gleich erneut wieder der Chor in den Sinn…

Sonntags ist Seetag. Das bedeutet landmässig passiert nichts. Wir lesen hauptsächlich in unseren Lektüren und geniessen das beruhigende Rauschen des Meeres.
Am Abend dinieren wir mit einem sehr netten Ehepaar aus unserem Nachbarland. Wir legen uns ausgeruht vom Ruhetag in die Federn.

Dann wirds Montag und auf unserem Programm steht:
Fierenze. Moni geht auf die Toilette auf dem Dampfer und versucht den Spülprozess auszulösen. Dann sagt sie zu mir nach zwei-, drei oder sogar vier-maligem erfolglosem Versuch: “Wördsch de Du bitte no för mech spüele?”
Meine knappe Antwort: “Ech ha scho gmerkt, dass Du Dier ned sooooooooo vell Müeh ghää hesch…”
Moni beginnt es zu verputzen und ich falle bald mit ein… 

Wir schlendern durch das einladende La Spezia und setzen uns in eine Spunte. Dort erhalte ich den BESTEN obwohl linguistisch nicht ganz korrekten Apérol Spritz EVER.

Wir begeben uns wieder zurück aufs KFS und entdecken eine spezielle Getränketafel:

Rechtschreibfehler suchen und finden
Rechtschreibfehler suchen und finden

Jeder der die Fehler findet, darf sie behalten 😮.

Wir begeben uns aufs oberste Deck und warten vor dem Lift und ich teile Moni mit:

“Jedes Mou wemmer vor em Lift am waarte send, stell ech mer DRÜÜ Frooge… 

  1. Welle Lift stoppet aus eerschts? 
  2. Wie voll esch de Lifter? Ond… 
  3. Wie vell Lüüt wo mer eigentli gar ned wetted könneleehre, beinhaltet s’Fahrzüüg nach oben?”

Wir begeben uns nachdem wir das Drei-Punkte-Liftprogramm abgearbeitet haben ans Abendbuffet und nach dem Essen setzen wir dieses nochmals um.

Bei der Ausführung sage ich zu mehreren Personen, die vor dem Lift stehen recht enerviert: “Wäg, wäg, wäg, wäg! Jetzt chömid meer!”

Und Moni vertätscht es wieder mal ab mir. Sie ist die Beste!!

Und so gehts ins Bett und morgen ist ein neuer Tag. 

 

Dieser startet mit dem Verlassen des Schiffes in Rom Civitavecchia. Fast alle anderen fahren mit dem Bus nach Rom Downtown. Für teures Geld. Um dort gehetzt zu werden und zu allerlei unnötigem Zeug kaufen animiert werden zu lassen… 

Nicht mit uns. Wir wandern gemütlich die etwa 2.5 km lange Zufahrt zum Schiffsgelände ab und gelangen… Dorthin wo die anderen in viel kürzerer Zeit und vieeeeeell weniger Erlebtem ankommen und sofort weitergepeischt werden. 

Moni und ich begeben uns in ein Café Italianità und trinken den BESTEN Spresso seit gefühlten Ewigkeiten. Immer schön, ein unendliches Nomen mit zwei weiteren Buchstaben quasi auf einen Schlag zu verdoppeln respektive eine Unendlichkeit mächtiger zu machen.

Wir wandern weiter und ich muss nicht lange überlegen, um die Frage nach der Hübschestheit der fünf Objekte auf folgendem Bild zu beantworten:

Viel hübscherer Vordergrund
Viel hübscherer Vordergrund

Es ist der Stahlrucks… Hmmmnjein. Es ist natürlich Mooni 🙂.

Wir wandern weiter zurück auf dem langen Steg bis zum Schiff zurück. Checkin und sehnlichst nach Flüssigkeit hechelnd besuchen wir eines der vielen Restaurants und ich lasse mir nach einem Starböcks Caffè noch ein Sodawasser den Hals runterlaufen. Göttlich…

Es nächtigt ein und tagt wieder… 

 

Cheque out und Aschacco besuchen. Durch das Dörfchen schlendern und die pittoresken, lieblichen Blumenverzierungen geniessen:

All die schönen Farben
All die schönen Farben

Ich prüfe mal die vorhandenen offenen WLANs. Alles verschlüsselt und nicht zugänglich. Ich denke mir, kann doch nicht sein! Wir wandern weiter und weiter und ich aktualisiere die Netzwerke. Ich verliere beinahe die Hoffnung und dann… Um die Ecke laufen und PÄMMMM siehe da. Ein Freies vor einem und zu diesem gehörenden Kleiderladen. Alle Restaurants sichern ihre WLANs ab und ein Kleiderladen nicht. Speziell. Uns egal. Wir aktualisieren und machen alles synchron. Auf dem Schiff kostet das WLAN ein halbes Vermögen.

Wir machen noch einen gemütlichen Spaziergang in da Town, wo ich meine wahre Stärke beweisen kann:

Starker Kusi
Starker Kusi

Nach dem Baumkrümmen und Popeye spielen gehts wieder zurück auf Deck, einchequen und erkunden bezüglich unseres Rückreise-Taxis am Abreisetag. Die Person an der Reception meint zu uns nur: “Ihr ‘Fall’ ist uns bekannt und beim Rückweg sollte es nun klappen”. Wir werden als Fall bezeichnet. Als FALL! Was fällt denen ein? Fall! 

A propos Fall… 

Die Kellnerin aus China fragt Moni später auf Deutsch:
“Miiit odel ohne Stuuuul?”
Darauf Moni in Hochkantonesisch:
“Ohneee Stuuuul!”

Dann verputztz es uns ob diesem “Fall” und wir begeben uns zum Abendbrot an einen Tisch und holen unsere Köstlichkeiten. 

Rückkehr zum Tisch und TATAAA! An unserem Tisch sitzen drei Menschen, welche den Tisch zugerichtet haben, als ob drei Wildschweine kurz drober wären. 

Viereinhalb Minuten weg und so ein Schlachtfeld vorfinden! Grauenhaft. Da kommt uns das kalte Kotzen!

Moni meint trotzdem voll lieb zu den neuen Gästen:
“Guten Abend. Sie sitzen an unserem Tisch.”

Als Antwort erhalten wir nach einem längeren, misslungenen Versuch, uns zu ignorieren ein absolut legendäres:
“Das war der einzige freie Tisch, an dem noch niemand gesessen hat.”

Die Leute machen jedenfalls keine Anstalten, uns den Platz wieder freizugeben. Ich habe Zeit, denn Moni besitzt ja bereits eine Sitzgelegenheit und ihren vorher eingenommenen Platz. Ich stehe einfach neben dem Tisch und warte. Bis dann der Sohn aufsteht und am Nebentisch Platz nimmt. Ich setze mich dazu und ich mache mich ans für mich etwas mürb schmeckende Essen.
Das wird ein “lustiges” 🤮 Abendessen werden. 

Es dauert keine zwei Minuten und die ungeladenen Gäste stehen auf und verschwinden irgendwo im Nirgendwo. Uns egal, denn es dauert eine Minute und ein junges Paar erscheint an unserem Tisch und fragt höflich, ob sie sich noch bei uns zusetzen könnten. 

Wir bejahen selbstverständlich und meine erstinstanzlich angefallene Mürbtheit wandelt sich zu einem fröhlichen, geselligen, spassigen Abend mit zwei sehr lieben Menschen um.
So müsste es eigentlich immer sein…

Wir gehen in die Heia und schlafen aus.

Jetzt “geniessen” wir noch einen letzten, welligen, hyperschwoyigen Seetag. Ich bin nahe am Vomitten. Moni sieht gechilläxt aus, so dass ich die Welt wirklich beinahe nicht mehr verstehe… 

Nach dem Morgenessen geht’s wieder zurück in die Koje und schon wieder ein Schläfchen abhalten… Brutal, wie müde so eine Kreuzfahrt machen kann:

Schlafender Kusi
Schlafender Kusi

Ich fühle mich nicht so wirklich gut nach dem Wiederaufstehen und wir verbringen den Seetag mit Bücher lesen und verschiedene Restaurants besuchen. Ich kann jeweils eine Kleinigkeit essen und muss dann wieder schauen, dass ich das Material nicht wieder Rückwärtsesse. Dann geht auch dieser Tag zu Ende und wir legen uns hin.

Die letzte Nacht wird nochmal so richtig nass. Und schlecht schlafend. Nicht wegen dem Meerwasser, nein! Ich schwitze wie eine Kuh in der Wüste. Ich schlafe ein und Moni liest in ihrer Lektüre weiter. 

Nach dem Aufwachen und Pipi machen um 3 Uhr in der Nacht meint Moni zu mir:
“Chom legg doch no einisch is Bett, das tued Der guet.”

Ich wechsle mein Shirt. Nach kurzer Zeit wache ich erneut auf und das Shirt ist nochmals TOTAL durchnässt.

Dann meine ich zu Moni:
“Ech versueches nomou metemene Neckerli.”
Ich stehe auf und Moni sagt zu mir extrem verwundert: “Was machsch Du jetzt?!? Etz hesch doch gseid, möchsch nomou es Neckerli?”
Meine Antwort: “Ech legge zo Der is Bett.”
Moni: “Wieso?”
Ich, während ich über mein Bettlacken schwoye: “Wöutt i mim Bett chasch schwemme!”

Jetzt verfällt Moni in schallendes Gelächter und lässt mich schlafen.

Rückreisetag. Das Checkin verläuft sensationell und wir starten pünktlich. Der Flug zurück verläuft ruhig, bis kurz vor Frankfurt. Dort urplötzlich eine schwoye, ähhhh Turbulenz. Monis Hand zerquetschen und sie spricht mir beruhigende Worte zu. Iiischnuuuufe, Uuussschnuufe. Iiischnuuuufe, Uuussschnuufe. Das bringts voll und wir landen wohlauf auf dem Flughafen.
Die Herausholphase von Moni dauert ungewöhnlich lange und als dann endlich eine Person für uns da ist, redet diese wie ein Lexikon wirres Zeug von A bis Z. Endlich von ihm erlöst, gehts dann in den Zug nach Basel. Vor dem Einsteigen treffen wir auf die Einstiegshilfefrau und diese scheisst uns zur Begrüssung mal zusammen mit: “Ihr hättet euch anmelden gemusst bei mir. So wird das ja nichts. Wo kämen wir da hin?!?”
Dann ruft sie ihre Kollegin an und meint zu ihr: “Mimimimimiiiiiiiii, mimimimiiiiiiiiii, mimiimiimiimi”
Dann wir zueinander: “Met dere diskutiere mer gar nömme. Mer löhnd üüs ned d’Ferie vo sonere Furie verderbe.”
Ich teile ihr “relativ” gelassen mit: “Hey Frau!! Chillaxes doch eifach. Mer hend Ferie ghaa…”. Wir drehen uns weg, entfernen uns und lassen sie weitertelefonieren.

In Basel angekommen verläuft der Wechsel in den Zug nach Luzern relativ problemlos und wir fahren rollstuhlgerecht nach Hause, packen noch die ersten Kleider aus und legen uns dann müde und glücklich in die Federn.

Ich könnte mir gut vorstellen, eine weitere Kreuzfahrt zu machen, denn die Begegnung mit all den lieben und netten Menschen hat mir super gefallen und bereichert.
Selbstverständlich erneut mit dem BESTEN Schatz evereverever.
Moni sendet mir zum Abschluss der schönen Reise noch ein wunderbares Liebesphoto:

Wunderbare Liebesbekundung
Wunderbare Liebesbekundung
Kreuzfahrtpremiere

3 Gedanken zu „Kreuzfahrtpremiere

  • Sonntag, 2025-09-21 um  Uhr
    Permalink

    Danke, meine Lieben, für den äusserst interessanten Reiseberichr. Bewundere, wie ihr euch so positiv zu allen z. T. Unangenehmen mit Humor gestellt habt und lieb Moni mit viel Humor Farbe ins Geschehen gebracht habt und die Kreuzfahrt im eleganten Riesenenliner Liner so toll genossen habt. Herzliche Grüsse und ein baldiges Wiedersehen hoffend.

    Antworten
  • Freitag, 2025-09-19 um  Uhr
    Permalink

    Ein unglaublich lebhaft geschriebener Kreuzfahrtbericht. Es gäbe so viele Deiner Pointen zu kommentieren sodass ich lieber nicht anfagen werde. Super gemacht. ich freue mich auf deinen nächsten BLOG Beitrag.

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